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Der Telebasel Newsbeitrag vom 6. November 2022.
Basel

Aufdringliche Micky Mäuse nutzen Herbstmesse zum Betteln

Die Herbstmesse lockt viele Leute in die Stadt. Bettelnde, als Micky Maus verkleidete Menschen nutzen das und gehen Passanten aufdringlich an.

Wer in den letzten Tagen an der Herbstmesse war, ist ihnen wahrscheinlich über den Weg gelaufen: Als Micky Mäuse verkleidete Personen, die auf verschiedensten Messeschauplätzen oder in der Freien Strasse Ballone verkaufen oder einfach nach Geld fragen. Während der Herbstmesse sind die Mäuse vermehrt unterwegs. Die Polizei bestätigt: Es gingen bereits vermehrt Meldungen von aggressiven Tätigkeiten gegenüber Passanten ein.

«Die Leute haben auch gesagt, dass sie aggressiv sind»

Ihre Masche ist unkompliziert: Sie posieren für ein Selfie oder strecken vorbeilaufenden Leuten einen zu einem Tier geformten Ballon hin. Dafür wollen die verkleideten Menschen unter dem Micky Maus-Kostüm Geld von Passanten.

Inzwischen bleibt es aber nicht nur beim Hinhalten der Ballone. Die Mäuse nehmen die Passanten an der Hand, ziehen sie an sich ran und lassen sie nicht weiterlaufen. «Diverse Leute aus der Bevölkerung haben sich bei uns gemeldet, dass diese Micky Mäuse auf dem Messeareal unterwegs sind. Das ist sehr aufdringlich und die Leute haben auch gesagt, dass sie aggressiv sind», bestätigt der Sprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, Rooven Brucker, gegenüber Telebasel.

Gleiche Regeln

Seit September letzten Jahres gilt in der Stadt Basel das Bettelgesetz. Somit ist aufdringliches, aggressives Betteln verboten. Ausserdem müssen bettelnde Personen einen Abstand von fünf Metern zu öffentlichen Institutionen einhalten. Das gilt laut Polizei auch für die Herbstmesse: «Es sind diese fünf Meter einzuhalten. Diese fünf Meter von Einkaufsläden, von Ständen und so weiter. Dementsprechend ist das an der Messe eigentlich so gut wie nirgends gegeben. Dementsprechend ist es auf dem Messeareal eigentlich per se verboten», so Brucker.

Gegen die Mäuse kann die Polizei nur vorgehen, wenn sie die Micky Mäuse inflagranti erwischt. «Dann kann man selbstverständlich eine Ordnungsbusse ausstellen, das Gespräch mit ihnen suchen und sie damit aufklären, dass sie das hier nicht dürfen», so der Polizeisprecher. Er fügt an: «Wenn man das nicht feststellt, dass sie direkt betteln, man es aber von anderen Leuten gehört hat oder man einfach davon ausgeht, weil es bekannte Bettler sind. Dann sucht man das Gespräch und klärt sie auf, dass es auf dem Messeareal nicht geht. Hier ist das Interesse der anderen Stände anders gelagert, sie sollen ihre Tätigkeit doch dort machen, wo es erlaubt ist.»

Polizei empfiehlt, «sich herauszuschmuggeln»

Es ist davon auszugehen, dass die Micky Mäuse auch nach der Messe nicht verschwinden. Die Polizei empfiehlt der Bevölkerung keine Gegenstände anzunehmen und den Micky Mäusen nicht die Hand zu reichen. «Das nutzen sie dann gerade, um jemanden an sich zu ziehen und ein Foto zu machen. Dafür wollen sie natürlich Geld», so Polizeisprecher Brucker. «Dort sollte man konsequent sein und sagen: ‹Hey nein, ich habe kein Interesse. Bleibt bitte weg von mir›. Und sonst halt versuchen, das mit Humor zu sehen und sich aus dieser Situation herauszuschmuggeln.»

Laut ZuschauerInnen von Telebasel seien die Mäuse am meisten in der Freien Strasse, auf der Mittleren Brücke, am Rheinsprung, auf dem Münster- und dem Messeplatz unterwegs.

10 Kommentare

  1. Diese Männer in Mickey-Maus-Kostümen sehen aus wie eine Mafia.
    Sie erwecken eher den Eindruck, dass sie die Bewegung dessen, was an jedem Ort vor sich geht, beobachten. Manchmal ganz in der Nähe der Primarschule, wo Kleinen Kindern allein nach Hause gehen. Seit Ende 2019 ist die Freistrasse nicht mehr Frei, sondern Die Bettlerstrasse der aggressiven.
    Die Belästigung kann nicht mit Humor genommen werden, meine Herren von der Polizei.Report

  2. Wir müssen endlich aufhören mit dieser linker Gutmenschenromantik/Kuscheljustiz und Samthandschuhe – Politik. Die Polizei muss hier rigoros durchgreifen. So kann es nicht weitergehen. Umdenken in der Politik ist hier angesagt. Mit verhätscheln und roten Teppich ausrollen erreicht man rein gar nichts. Die lachen sich sich kaputt über diese Empfehlung seitens der Polizei und über unser desolates Rechtssystem.Report

  3. Die sind wesentlich weniger aufdringlich als die ganze Werbung und Werbeblätter die ungefragt und subventioniert im Briefkasten landen.
    Hier wird doch mit ungleichen Ellen gemessen.Report

  4. Ich sehe hier keinen Humor, da meist auch Kinder mit hineingezogen werden. Den kleinen Kindern wird etwas in die Hand gedrückt und die Eltern müssen anschliessend damit klar kommen.
    Habe hier absolut kein Verständnis für Toleranz und wünsche endlich ein kompromissloses Einschreiten der Polizei. Der Zustand ist nicht neu, sondern ein schon lange andauerndes Ärgernis!Report

  5. Man könnte ja mal Disney anrufen, die unternehmen da sicher gerne was dagegen…..😂😂😂 Die mögen die Bettelei in ihrem Namen sicher…..Report

  6. Was tut die Polizei eigentlich ausser mit den Teslas herumfahren und professionell wegschauen, hat man das Gefühl. Bei Vandalismus oder Tätlichkeiten oder Raub oder Vergewaltigung (Landskronstr.) oder Mord (Lysbüchel).
    Einfach nur noch schämen muss man sich da, für Basel und für die Polizei.Report

  7. Man sieht wieder wie nutzlos unsere Polizei mal wieder. Genau so verhaltet sicj die Polizei bri Einbruch, Diebstahl, usw… Musste ich wieder vor drei Wochen feststellen.Report

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