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Auto-Scooter statt Kirchenbank: Die Butschauteli-Attraktion auf dem Kasernenareal wurde am Sonntag zur «Mäss-Kirche» umfunktioniert. (Bild: Telebasel)
Basel

Gottesdienst im Butschauteli

Die BetreiberInnen von Fahrgeschäften und Messeständen sind ständig unterwegs. Für die Gläubigen fand am Sonntag an der Messe ein spezieller Gottesdienst statt.

Auto-Scooter anstatt Kirchenbank. Der Crazy-Scooter von Hans Häseli-Hammer auf dem Kasernenareal wurde am Sonntag zum Schauplatz von Gläubigen. Weil die BetreiberInnen von Fahrgeschäften und Messeständen ständig unterwegs sind, wurde die Attraktion an der Herbstmesse kurzerhand zum «Mäss»-Gottesdienst umfunktioniert.

Der Betreiber vom Crazy-Scooter bereitete gemeinsam mit seiner Frau Verena alles für den grossen Tag vor. Dafür mussten sie etwas früher aufstehen als gewohnt. «Das ist kein Problem und gehört sich einfach so. Wenn das die Stadt will oder wenn das der Trägerschaft-Verein wünscht, dann stellen wir die Bahn zur Verfügung», so Häseli-Hammer.

Knapp 100 TeilnehmerInnen

Am etwas anderen Gottesdienst haben knapp 100 Personen teilgenommen. Geleitet wurde dieser von der Pfarrerin Eveline Saoud. Für sie war es nicht der erste Gottesdienst für SchaustellerInnen. Zu diesem Job kam sie eher zufällig. «Ich bin eine stinknormale reformierte Pfarrerin. Ich war zuerst im Engadin, dann in der Stadt Zürich und jetzt bin ich noch am Gymi, also Jugendpfarrerin. Hierzu kam ich zufällig, aber ich bin es sehr gerne», sagt Saoud.

In einer Zusammenarbeit mit den Basler Drehorgelfreunden hat der Kindercircus Piccolo aus dem Gottesdienst eine farbenfrohe Veranstaltung gemacht. Und trotzdem: Es wurde gebetet wie an einem normalen Gottesdienst in der Kirche. Für die Pfarrerin war es dennoch ein spezieller, schöner Dienst. «Diese Gemeinden sind einfach total unterschiedlich. Die Stadtgemeinde in Zürich ist anders. Mir gefällt das Spontane und Herzliche.»

Kaum Alternativen

Die Veranstalter sind dankbar darüber, dass sie den Gottesdienst in den Auto-Scootern durchführen konnten. Viele Alternativen gab es nicht. «So eine Action-Bahn ist natürlich noch schwierig, um so einen Gottesdienst zu veranstalten. Das Riesenrad wäre vielleicht noch denkbar, aber so ein Free-Fall – ich weiss nicht. Hier ist man halt geschützt und kann sitzen», ergänzt die Pfarrerin.

Zum 550-Jahr-Jubiläum der Messe fand der «Mäss»-Gottesdienst in der Münsterkirche statt. Die Verantwortlichen schliessen nicht aus, dass er auch im kommenden Jahr auf einer Attraktion der Basler Herbstmesse stattfindet.

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