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Der Telebasel News-Beitrag vom 5. November 2022.
Basel

Fussballfest oder Boykott der WM in Katar?

Soll man die WM schauen oder nicht? Darüber wird viel diskutiert. So auch am Freitagabend an einem Vortrag in der Basler Fussballkulturbar Didi Offensiv.

Die Basler Gewerkschafterin Rita Schiavi sprach im Didi Offensiv über ihre Erfahrungen mit dem Austragungsort Katar. Als Delegierte der Unia konnte sie mehrmals WM-Baustellen in Katar besichtigen. Am Dienstag sprach sie im Telebasel-Talk bereits über das Thema und ist der Meinung, dass man die Spiele in Katar nicht boykottieren soll.

Nicht die gewohnte Vorfreude

«Es gibt viele Gründe, die Fifa und ihren Gigantismus zu boykottieren. Meiner Meinung nach gab es aber mehr Gründe, die WM in Russland zu boykottieren als nun in Katar. Weil die Situation in Katar sich sehr verbessert hat und auch im Verhältnis zu anderen Ländern nicht unbedingt die schlechteste für die Arbeiter ist», so Schiavi.

Aber wie sehen es eigentlich die Fussballfans? Gibt es einen Boykott der WM-Spiele oder doch ein Fussballfest? Telebasel war am Vortrag im Didi Offensiv dabei und fragte bei den Gästen nach. Der Tenor war klar spürbar: Die meisten Besucher des Lokals sehen die Weltmeisterschaft in Katar sehr kritisch und verspüren nicht die gewohnte Vorfreude.

«Ich versuche, die WM zu umgehen»

Michel Meier aus Basel meint zum Beispiel: «Wir werden vielleicht einzelne Spiele in einer späteren Phase schauen, sonst boykottiere ich aber die WM». Marcel von Arx aus Reinach sieht es ein wenig anders: «Ich habe nicht im Sinn, zu boykottieren. Ich lasse es auf mich zukommen und entscheide dann situativ». Pierino De Zanet aus Münchenstein wird einfach die Schweizer Spiele anschauen: «Und dann reicht es aber!». Sebastian Köchli aus Pffingen ist eher für einen Boykott: «Ich versuche, die WM grossflächig zu umgehen. Aber bei einem Kollegen zu Hause sage ich dann nicht: ‹Mach den TV aus, sonst bin ich weg›». Simon Tribolet aus Basel ist sich noch unsicher: «Bis jetzt bin ich noch unentschlossen. Deshalb bin ich jetzt auch hier und höre mir das mal an».

Trotz der Kritik an der WM der Gäste, zeigt das Didi Offensiv die meisten WM-Spiele. Der Co-Geschäftsführer Raphael Pfister will lieber mit Anlässen wie dem Vortrag von Rita Schiavi einen kritischen Blick auf den Fussball werfen, statt ihn zu boykottieren: «Uns gibt es seit acht Jahren und schon seit dann führen wir Veranstaltungen durch, die sich kritisch mit der Fifa und dem modernen Fussball auseinandersetzen. Wir leben diesen Diskurs schon sehr lange und holen so unsere Stammgäste mittels Dialog ab».

Trotz der Kritik und einem unguten Gefühl werden die meisten Gäste des Vortrags die Weltmeisterschaft in Katar mitverfolgen – wenn auch vielleicht nicht so intensiv wie sonst.

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