Seit knapp einem Jahr hat die Gemeinde Kilchberg ein Problem: Der dreiköpfige Gemeinderat kann nicht komplettiert werden. (Bild: Telebasel)
Baselland

Kilchberg hat einen Gemeinderat gefunden – aber das reicht nicht

Werner Wyprächtiger kandidiert für den Kilchberger Gemeinderat. Trotzdem könnte der Gemeinde bald die Zwangsverwaltung durch den Kanton drohen.

Seit knapp einem Jahr hat die Gemeinde Kilchberg ein Problem. Der dreiköpfige Gemeinderat kann nicht komplettiert werden. Ein Posten ist weiterhin vakant. Zu allem Übel tritt per Dezember auch der aktuelle Vizepräsident von Kilchberg, Peter Zehnter zurück, da er ins Ausland zieht. Schafft es die Gemeinde nicht, bis Ende Jahr alle Posten zu besetzten, installiert der Kanton einen Statthalter. Man spricht auch von einer Zwangsverwaltung.

Nun aber scheint zumindest ein neues Mitglied gefunden. Werner Wyprächtiger stellt sich für die Nachwahl am 27. November zur Verfügung. Er ist zurzeit Präsident der Rechnungsprüfungskommission. Dieses Mandat müsste er dann abgeben.

Werner Wyprächtiger ist parteilos. Der 68-Jährige lebt seit knapp 17 Jahren in der Gemeinde Kilchberg. Aufgewachsen ist er im Kanton Bern. Seine Kandidatur für den Gemeinderat erklärt er nüchtern: «Es geht darum, dass ich keine Zwangsverwaltung für Kilchberg will. Und da die Zeit knapp wird, möchte ich mit gutem Bespiel vorangehen», erklärt der ehemalige Bauführer.

«Wir haben noch Zeit»

Sollte nämlich ein Statthalter installiert werden, ist lauf Wyprächtiger vieles noch unklar. Es könnte zur einer Zwangsfusion mit der Nachbargemeinde Rünenberg kommen. Für Kilchberg wäre eine Fusion durchaus eine Möglichkeit. Allerdings eine, die von den anderen Gemeinden bis jetzt nicht begrüsst worden sei, so Noch-Gemeinderat Peter Zehnter gegenüber Telebasel. «Die Problematik ist, dass es ja eine Heirat wäre. Eine kleine Gemeinde müsste in eine andere eingebracht werden. Eine Braut ist natürlich dann interessant, wenn sie finanziell gut dasteht. Und wir als kleine Gemeinde schwimmen nicht im Geld, also sind wir nicht sehr interessant bei der Brautwahl.»

Doch auch wenn Wyprächtiger gewählt wird, ist in Kilchberg nur für kurze Zeit alles in Ordnung. Genauer gesagt für eine Woche. Am 2. Dezember wird Peter Zehnter zurücktreten. Neben dem bisherigen Gemeindepräsidenten Marcel Aeschbacher und dem aller Wahrscheinlichkeit nach bald gewählten Werner Wyprächtiger wäre also wieder ein Posten frei. Sind aber am 1. Januar 2023 nicht alle drei Sitze besetzt, kommt es zur Zwangsverwaltung. Doch Werner Wyprächtiger ist optimistisch: «Wir haben noch Zeit. Der eine oder andere könnte sich dies noch überlegen.»

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