Zian wurde an den Swiss Music Awards 2022 zum besten Newcomer gewählt. (Bild: Keystone)
Basel

Zian: «Ein Traum, den ich nie geträumt habe»

Der Basler Musiker Zian wurde an den Swiss Music Awards zum besten Newcomer gekürt. Am Dienstag trat er an der Baloise Session auf.

Der Basler Musiker «Zian» hat mit seinem Song «Show You» aus dem Nichts die Schweizer Charts gestürmt. Damit wurde er an den diesjährigen Swiss Music Awards gleich in drei Kategorien nominiert: Best Male Act, Best Hit mit «Show You» und Best Crushing Act – jene Kategorie, die Musikerinnen und Musiker ins Zentrum stellt, mit denen zu rechnen sein wird. In dieser Kategorie hat der Basler dann prompt auch gewonnen. Nun geht sein Aufstieg weiter. In diesem Jahr durfte er zum ersten Mal an der heimischen Baloise Session auftreten. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

Zian, hast du bestimmte Methoden, um dein Publikum von der Bühne aus zu überzeugen?

Mein höchstes Ziel ist es, dass die Leute, die am gleichen Ort sind wie ich, das Gefühl haben, wirklich etwas zu bekommen. Nicht nur Musik, sondern einen Moment, an den sie sich noch lange erinnern können.

Gestern war dein erster Auftritt an der Baloise Session. Ging damit ein Traum in Erfüllung?

Es war bisher so weit weg, dass ich gar nicht davon träumte. Die Baloise Session verbinde ich mit grossen Künstlern. Dorthin geht man eigentlich als Fan. Jetzt selbst dabei gewesen zu sein, ist ein bisschen surreal. Ein Traum, den man nicht geträumt hat.

Zian spielte am Dienstag an der Baloise Session. (Video: Telebasel)

Hast du als Kind die Baloise Session verfolgt?

Schon ein bisschen, aber natürlich nicht so intensiv wie jetzt. Krokus pushten mich an ihrem Abschlusskonzert im Jahr 2019 sehr. Dort dachte ich dann schon: «Weisch wie!» Und jetzt durfte ich tatsächlich selbst dabei sein. Ab und zu muss man es nur denken, und dann wird es Wirklichkeit.

Was ist für dich so speziell an der Baloise Session?

Natürlich das Line-up. Es ist faszinierend für die Schweiz und noch spezieller für Basel. Das zweite ist das Ambiente: Zu Beginn sitzen alle und jeder Künstler hat die Aufgabe, die Leute zum Stehen zu animieren. Aber es ist einfach schön zu merken, dass es auch in diesem Ambiente funktioniert. Also die Leute müssen nicht immer vor der Bühne stehen und schreien, sondern sie können auch sitzen – und der Künstler selbst animiert sie, damit sich das Ganze zu bewegen beginnt.

Der Telebasel News Beitrag vom 2. November 2022:

(Video: Telebasel)

Erkennen dich die Leute, wenn du durch Basel läufst?

Es ist relativ ruhig. Das habe ich auch dem zu verdanken, dass man zuerst meine Musik zeigte und erst dann das Gesicht. Das ist auch gut so. Ich kann schon der Laute im Raum sein, aber nur wenn ich es muss. Es gibt Leute, die mich ansprechen, aber generell ist der Schweizer eher zurückhaltend, schaut kurz und läuft dann weiter.

Kann man überhaupt überleben als Lokalmusiker?

Das kann man. Es braucht aber sehr viel Arbeit und Vorbereitung. Ich bin der Meinung, dass man sogar sehr gut davon leben kann. Die Frage ist, über welchen Zeitraum. Es gibt immer Aufs und Abs. Man muss sich aber damit abfinden, dass man auch ein Betrieb ist und nicht nur ein Künstler. Mir spielt es in die Hände, dass ich eine Lehre gemacht habe und in einem Büro gearbeitet habe. So kann ich etwa abschätzen, was man braucht, damit jeder etwas davon mitnehmen kann. Meine Musiker brauchen natürlich auch Gehalt. Aber so ist das Business. Das hat natürlich keinen Platz auf der Bühne – aber ja, man kann gut davon leben.

Gibt es etwas, das du dir durch diesen Auftritt besonders erhoffst. Vielleicht noch mehr Reichweite?

Das mit der Reichweite ist ein ewiges Spiel, vor allem mit den ganzen Social-Media-Kanälen. Meine Hoffnung ist einfach, dass die Leute bei meinen Auftritten sagen: Das ist gute Musik. Dann habe ich es in meinen Augen geschafft, dass es sich lohnt Musik zu machen.

Erhoffst du dir ein Sprungbrett?

Es ist sicherlich eine Chance. Am Ende des Tages ist das Sprungbrett aber immer da. Springen musst du einfach selber. Und vor allem muss man merken, wenn es soweit ist.

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