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Der Telebasel Report vom 2. November 2022.
International

Paris+ par Art Basel: Fluch oder Segen für Kunstszene?

Die Paris+ par Art Basel war ein voller Erfolg. Trotz eigener Konkurrenz ist die Art Basel (noch) nicht in Gefahr.

Die Kunstwelt schaute vom 20. bis 23. Oktober nach Paris. Die Debüt-Ausgabe der Paris+ par Art Basel war ein voller Erfolg. Die Nachfolgermesse der Foire internationale d’art Contemporain (Fiac) lockte 156 Galerien aus 30 Ländern und über 40’000 Besucherinnen und Besucher an. In Basel, wo die Messe fast doppelt so vielen Galerien Platz bot, kamen rund 70’000 Besucherinnen und Besucher. Der Global Director Marc Spiegler war begeistert von der ersten Ausgabe in Paris. «Wir hatten unglaubliche Sammler aus der ganzen Welt. Die Sammler, welche du normalerweise nur in Basel erwartest.»

Vom chinesischen Mittelland bis Peru und Nordamerika: Die Sammler pilgerten aus der ganzen Welt herbei und kauften jede Menge Kunst. Auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und die Kulturministerin Rima Abdul Malak besuchten die Messe. Am Vortag besuchten seine Frau, die französische Grand Dame Brigitte Macron, sowie der Oscar Preisträger Rami Malek die französische Messe.

Mag man diversen Medienberichten glauben, wurden bereits innert weniger Stunden Verkäufe in Millionenhöhe erzielt. David Zwirner gilt als einer der erfolgreichsten Kunsthändler Nordamerikas. Er hatte bereits kurz nach dem VIP-Start 11 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Ernstzunehmende Konkurrenz für Basel

Von den 156 Galerien stammten 61 aus Frankreich. Damit behielt die Art Basel in Paris den französischen Touch bei und beruhigte die Gemüter. Viele Stimmen aus der Kunstszene befürchten trotzdem, dass die Pariser Ausgabe internationaler wird als die Vorgängermesse Fiac. Diese wurde 1974 ins Leben gerufen, hat sich aber in den letzten Jahren kaum weiterentwickelt – so der Tenor der Experten. Die Fiac wurde nicht als Konkurrenz zur Art Basel gesehen. Paris+ soll Paris nun aber wieder zum «Hub d’Art» machen – zur Kunst-Drehscheibe Europas.

So könnte sie zukünftig zur echten Bedrohung für die Muttermesse in Basel werden. Das Problem: Basel gilt nicht wirklich als Hot Spot der Welt und hat sich in den vergangenen Jahren einige Sympathien verspielt. Die Hotels und Restaurants vergraulen die Gäste mit horrenden Preisen.

Ausserdem «ist es für internationale Besucher nicht ganz beschwerdefrei diese Woche in Basel zu gestalten,» so Jochen Meyer, Galerist der Galerie Meyer Riegger. Auch sonst habe Paris der internationalen Sammlerwelt schon jetzt mehr zu bieten, als Basel. «Die Stadttechnik oder der Stadtunterschied spielt eine grosse Rolle und da ist Paris natürlich markant im Vorteil,» sagt Stefan von Bartha. Er warnt vor einem Wegzug der Art Basel und wirft der Stadt vor, dass sie die Alarmsignale ignoriere. 

Umzug in grössere Location

Die erste Ausgabe der Paris+ fand im Provisorium Grand Palais Éphémère statt. Spätestens 2024 bläst sich Paris+ zur vollen Blüte auf. Dann, wenn die Messe aus dem Provisorium in den Grand Palais umzieht. Bis auf zwei Drittel der Grösse von Basel soll sie anwachsen und internationaler werden. Fakt ist: Zwei Drittel der Galerien, welche im Juli 2022 in Basel ausgestellt haben, waren auch in Paris dabei. Das Event soll mit Rückkehr in das 2024 fertig renovierten Grand Palais bis zu 250 Kunsthändler umfassen. Der Stadt könnte der Verlust ihres grössten Aushängeschildes drohen. Paris könnte Basel den Rang als DIE internationale Kunstmesse ablaufen.

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