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Der Telebasel News-Beitrag vom 26. Oktober 2022.
Basel

Wenn die Swiss Indoors nicht bleiben, hat Basel ein Problem

Swiss Indoors-Veranstalter Roger Brennwald streut Gerüchte einer Abwanderung des Turniers. Für Basel und die Region wäre dies ein enormer Verlust.

Gegenüber dem Nachrichtensender SRF lässt der Swiss Indoors-Veranstalter erneut Gerüchte einer Abwanderung aufleben. Konkret geht es darum, dass die Swiss Indoors mit ihrer enormen Bedeutung für die Region Basel in einer anderen Stadt abgehalten werden könnten. Zur Debatte stehen wohl Luzern und Zürich. Genf ist aufgrund der Geneva Open eigentlich aus dem Rennen.

Wie dieser Sender bereits berichtete, würde ein anderer Ort für die Durchführung der drittgrössten Tennisveranstaltung überhaupt auch viele Herausforderungen mit sich bringen. Laut dem Direktor der St. Jakobshalle käme deswegen für die Swiss Indoors gar kein anderer Ort in Frage. Der Umbau der St. Jakobshalle kostete inzwischen über 124 Millionen Franken, die meisten Erneuerungen wurden im Sinne der Swiss Indoors gemacht – eine Abwanderung wäre also nicht nur für die Region schmerzhaft, sondern auch für den Hallendirektor.

«Diesen Namen kennt man weltweit»

Seit 50 Jahren finden die Swiss Indoors in Basel statt. Landesweit ist es die grösste alljährliche Sportveranstaltung, weltweit das drittgrösste Hallen-Turnier der ATP Tour. «Die Swiss Indoors sind ein wahnsinnig wichtiger Bestandteil des Basler Kalenders, es ist eine derjenigen Veranstaltungen, die einfach zu Basel gehören», meint etwa der Basler Regierungsrat und Sportdirektor Conradin Cramer.

Würden die Swiss Indoors nicht mehr in Basel stattfinden, wäre das laut Raul Furlano, Präsident der LDP Basel-Stadt, ein grosser Imageverlust: «Und zwar weltweit, international. Es ist auch ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verlust. Es ist ein Anlass, der wirtschaftlich relevant ist. Für Tourismus, Hotels, Verkehr – all das zusammen.»

Umso wichtiger sei es, laut Basler SVP Grossrat Joël Thüring, dass die Regierung bei den laufenden Vertragsverhandlungen keine Fehler macht, auch wenn das nicht heisse, dem Veranstalter jetzt jegliche Wünsche erfüllen zu müssen. «Man muss sich aber bewusst werden, was dieser Event für einen Wert hat. Was das für eine Wertschöpfung für unsere Region ist. Was das für eine Ausstrahlung in die Welt hat. Den Namen Swiss Indoors Basel kennt man in der Welt. Das ist ein grosser Sportevent, das darf die Regierung durchaus berücksichtigen», so Joël Thüring.

Schachspiel mit der Regierung

Seitens SP heisst es auf Anfrage, dass die Situation in der St. Jakobshalle trotz deren Renovierung zu schlecht für die Swiss Indoors sei. «Es stellt sich heraus, dass die Bedürfnisse der Veranstalter mit der Sanierung nicht genügend erfüllt wurden. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Bauplanung und die Umsetzung», schreibt Thomas Gander, SP-Grossrat und Mitglied der Sportkommission.

Jetzt müsse die Regierung diese Mängel beheben. Doch von konkreten Mängeln redet niemand. Vielmehr wirft Erich Bucher, Basler Fraktionspräsident der FDP, dem Veranstalter Roger Brennwald vor, ein öffentliches Schachspiel zu spielen. «Ich glaube, was er im Moment macht ist das, was jeder Unternehmer macht. Er versucht den besten Deal in den anstehenden Verhandlungen herauszuholen», so Erich Bucher zu Telebasel.

Brennwald wird nicht konkret

Gegenüber SRF meint Roger Brennwald lediglich, er sei mit den aktuellen Rahmenbedingungen nicht zufrieden. Konkret wird der Veranstalter nicht. Ob er sich mit den Abwanderungs-Gerüchten nur einen Vorteil in den aktuellen Mietvertragsverhandlungen verschaffen will, kann die Regionale Politik nicht beantworten. «Das müssten sie ihn fragen», heisst es von Regierungsrat Conradin Cramer, oder: «Das müssen sie ihn selbst fragen, wenn man darauf wirklich eine Antwort will», heisst es seitens Raul Furlano.

Präzise einordnen können die Politiker die Abwanderungs-Gerüchte nicht. Roger Brennwald müsste dafür öffentlich konkretisieren, worin er die Probleme bei den aktuellen Rahmenbedingungen sieht. Für diese Redaktion war der Swiss Indoors-Veranstalter am Mittwoch nicht erreichbar. Roger Brennwald hat auf die Anfrage von Telebasel nicht reagiert.

Für die Verhandlungen möchte Sportdirektor Conradin Cramer nicht über die Medien kommunizieren müssen, dies sei aber auch nicht der Fall. Cramer führe regelmässig gute Gespräche mit den Veranstaltern und auch Roger Brennwald selbst. «Wichtig ist, dass man zusammen redet und nicht nur über die Medien miteinander kommuniziert», so Cramer.

1 Kommentar

  1. Basel hät scho lang e Problem, kei Schmuck Messe, kei Art, keini guete Läde me, keini guete Konzert, einfach e Provinz näscht!Report

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