Der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri sieht den Peak der Corona-Herbstwelle noch nicht erreicht. (Keystone)
Schweiz

Oberster Kantonsarzt befürchtet stärkere Grippewelle

Das Gesundheitssystem sei derzeit wegen Corona nicht akut gefährdet. Der oberste Kantonsarzt warnt aber vor einer gleichzeitigen Grippewelle.

Das Gesundheitssystem sei derzeit nicht akut gefährdet, sagt der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri: «Es gibt derzeit keine Indizien, dass es zu einer massiven Überlastung kommt.» Die Grippe könnte der Prognose aber einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Intensivstationen dürften wegen Corona nicht mehr derart beansprucht werden wie in der Vergangenheit, sagte Hauri in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Blick. «Sorgen macht mir eher, dass neben steigenden Corona-Fällen dieses Jahr mit einer stärkeren Grippewelle zu rechnen ist.» Die Belastung des Gesundheitssystems, die derzeit wegen Personalmangels noch immer hoch sei, dürfte deswegen trotzdem zunehmen.

Influenza-Corona-Doppelinfektionen

Mit einem Anstieg der Infektionen mit dem Influenza-Virus rechnet auch das Bundesamt für Gesundhaeit (BAG). Im kommenden Winter dürfte es das erste Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wieder eine richtige Grippewelle geben. Das BAG rechnet derzeit mit einer «normalen» Epidemie, wie dies vor Covid-19 die Regel war, wie es auf Anfrage der Tamedia-Zeitungen mitteilt. Aufgrund der schlechteren Grippe-Immunität in der Bevölkerung ist jedoch auch eine heftige Saison denkbar.

Doch auch eine mittlere Influenzawelle würde das Gesundheitswesen belasten, wenn sie mit einer heftigen Corona-Welle zusammenfällt. Zusätzlich könnten vermehrt seltene, dafür schwere Verläufe aufgrund von Influenza-Corona-Doppelinfektionen auftreten.

«Pandemie noch nicht vorbei»

Für eine Entwarnung an der Pandemiefront sei es zudem zu früh, sagte Hauri. «Die Pandemie ist sicher noch nicht vorbei.» Ob es sich bei der derzeitigen Situation um ein tatsächliches Abfallen der Zahlen oder nur ein Zwischenplateau handle, zeige sich erst in etwa zwei Wochen. «Die nach wie vor hohe Positivitätsrate deutet zudem auf eine hohe Dunkelziffer hin. Real dürften sich fünf- bis sechsmal mehr Leute mit dem Coronavirus anstecken als offiziell bestätigt – also täglich über 20’000 Personen.»

Immerhin: Hauri glaubt nicht, dass es eine weitere Virusmutation geben wird, die sich als «Game Changer» herausstellt und alles über den Haufen wirft. Dazu habe die Bevölkerung mittlerweile gelernt, mit dem Virus umzugehen. Das Virus werde noch eine Weile beschäftigen. «Ich erwarte aber, dass es im Alltag seine Bedeutung im Verlauf des Jahres 2023 massiv verlieren wird.»

1 Kommentar

  1. ich würde eben die Maske wieder für obligatorisch erklären, vor allem im ÖV, in den Einkaufscentern und dort, wo viele Leute sehr nahe beisammen sind😷😷😷Report

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