Dietrich Mateschitz lancierte 1984 den Energy-Drink Red Bull. (Archivbild: Keystone)
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Red-Bull-Gründer Mateschitz (†78) gestorben

Der Motorsport und vor allem das Red-Bull-Team trauert um einen seiner grössten Förderer. Dietrich Mateschitz erlag im Alter von 78 Jahren seinem Krebsleiden.

Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz ist tot. Mateschitz, der rund um den Energydrink einen weltweit agierenden Konzern aufbaute, starb am Samstag im Alter von 78 Jahren nach einer kurzen, schweren Krebserkrankung. Das teilte das Unternehmen kurz vor Mitternacht mit. Mateschitz galt als reichster Österreicher und hat sich nicht zuletzt mit seinen Sponsoringaktivitäten im Sportbereich einen Namen gemacht.

«In diesen Momenten überdeckt Trauer alle anderen Gefühle. Aber schon bald wird die Trauer Platz machen für Dankbarkeit, dafür, was er verändert, bewegt, bewirkt und so vielen Menschen ermöglicht hat», schrieb Red Bull in eine Mitteilung, die zunächst an alle Mitarbeiter ging. «Unser aller Aufgabe und Verantwortung ist es, sein Lebenswerk in seinem Sinn fortzuführen.»

Österreichischer Superreicher

Mit dem Tod von Mateschitz verliere Österreich nicht nur einen der erfolgreichsten Unternehmer und einen grossen Innovatoren, «sondern auch einen Menschen, der sich Zeit seines Lebens in höchstem Masse für soziale und gesellschaftliche Zwecke engagiert hat», würdigte Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer den reichsten Bürger seines Landes.

Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali pries Mateschitz als «unglaublich visionären Unternehmer». Und viele der Fahrer, die durch die Red-Bull-Ausbildung gingen, wie Vettel und Verstappen waren, wirkten emotional mitgenommen. «Ein guter Mensch, eine tolle Seele», betonte Daniel Ricciardo, einst zusammen mit Vettel bei Red Bull. Er werde vermisst werden.

Auch die schärfsten Konkurrenten würdigten das Lebenswerk von Mateschitz. Er sei für ihn der beeindruckendste Unternehmer, «den wir in Österreich je hatten, wenn nicht weltweit», sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Mateschitz habe eine Marke kreiert und einen Bereich, den es vorher nicht gab. Was er für den Sport gemacht habe und wie viel er dem Sport gegeben habe, habe es davor nicht gegeben. Ferraris Vorstandschef John Elkann pries die Leidenschaft und den Mut, den Mateschitz als Unternehmer hatte. Er sei ein Mann gewesen, der immer neue Herausforderungen geliebt habe.

«Deine Integrität, Leidenschaft, Vision, dein Antrieb, deine Unterstützung und dein Humor werden niemals vergessen», schrieb Christian Horner, Teamchef des Red-Bull-Rennstalls.

Tödliche Unfälle bei Werbedrehs

Mateschitz› Imperium war allerdings auch nicht ohne Schattenseiten. Kritik an den oftmals hoch riskanten Sportarten, in und mit denen Red Bull für sich wirbt, gab es immer wieder, bei Werbedrehs kam es auch schon zu tödlichen Unfällen und Stürzen.

Oder der hauseigene Sender, der Verschwörungstheoretikern und Querdenkern auch schon eine Plattform gegeben haben soll. Oder die Ablehnung von Red Bull im Fussball unter vielen Fans. Nur ein PR-Konstrukt, heisst es dann. Dass es sich bei seinem Einstieg aber eigentlich nicht um kurzfristige Gewinnoptimierung handelte, verdeutlicht sein Engagement in und für die Formel 1 wohl am besten.

Kauf der Lizenzrechte für «Red Bull»

Geboren wurde Dietrich Mateschitz am 20. Mai 1944 in Sankt Marein im Mürztal. Nach einem Betriebswirtschaftsstudium in Wien, war er zunächst für Jacobs Kaffee und Blendax tätig. Im Zuge einer Dienstreise wurde er auf den asiatischen Energydrink «Krating Daeng», auf Englisch «Red Bull», aufmerksam, erwarb die Lizenzrechte und gründete Mitte der 1980er-Jahre gemeinsam mit der thailändischen Herstellerfamilie Yoovidhya das Unternehmen.

In der Folge fuhr Red Bull eine äusserst offensive Marketingstrategie, was zusehends auch Sponsoring im Sportbereich umfasste. Handelte es sich zunächst eher um Extremsportarten, kam sukzessive der Breitensport in den Fokus – vom Fussballverein Red Bull Salzburg über Eishockey-Mannschaften bis zu eigenen Formel 1-Teams.

Als Mitbegründer der Stiftung «Wings for Life» setzte sich Mateschitz für die Forschung zur Heilung von Querschnittslähmung ein, und auch am Mediensektor mischte der öffentlichkeitsscheue Milliardär mit – etwa mit dem Fernsehsender ServusTV. Das US-Magazin «Forbes» listete ihn 2022 mit einem Vermögen von 27,4 Milliarden Dollar auf Rang 51 im globalen Milliardärs-Ranking.

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