Läuft Paris der Muttermesse bald den Rang ab? (Bildmontage: Telebasel)
Basel

Art Basel: Jetzt braucht es einen «Ruck»

Trotz eigener Konkurrenz ist die Art Basel zurzeit nicht in Gefahr. Aber Basel muss sich anstrengen, um den Anschluss an die Weltspitze nicht zu verlieren.

Eiffelturm statt Basler Münster, Champs Elisées statt Freie Strasse. Paris hat der internationalen Sammlerwelt einiges mehr zu bieten als Basel. Trotzdem: Eine Gefahr für die Art Basel ist der jüngste Coup, die Paris+ par Art Basel, nicht – zumindest nicht für die nächsten Jahre.

Basel tickt anders. Das gilt auch für die grösste zeitgenössische Kunstmesse. Der Chef der Art Basel, Marc Spiegler fasst es so zusammen: «Basel ist, wenn sich Sammler im Tram treffen.» Das Problem ist nur, dass die Sammler nicht mehr ins Tram steigen wollen. Auch die Galerien haben genug. Genug davon, dass die Art Basel für Basel zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Die «Weltstadt in Taschenformat» mag sich nicht mehr herausputzen für die kunstbegeisterten Gäste.

Paris wird verziehen

Eigentlich liegt die Lösung auf der Hand: Back to the roots, wie man so floskelhaft sagt. Ja, so einfach ist es eben manchmal.

Noch hat Basel etwas Zeit. Doch die eigene Konkurrenz in Paris schläft nicht. Spätestens 2024 bläst sich Paris+ zur vollen Blüte auf. Dann, wenn die Messe aus dem Provisorium in den Grand Palais umzieht. Bis auf zwei Drittel der Grösse von Basel soll sie anwachsen – internationaler soll sie werden, an Qualität zulegen. An den Rahmenbedingungen muss sie nichts ändern. Streiks und grosse Distanzen schrecken nicht ab. Paris wird das verziehen. Das internationale Publikum kennt es nicht anders, so der Tenor an der ersten Ausgabe der Paris+.

Diskussion ist lanciert

Aber in Basel braucht es nun diesen bekannten Ruck. Die in Paris oft genannte Überheblichkeit während der Art Basel muss verschwinden – unbürokratisch und so rasch wie möglich. Ein Glück für die Stadt am Rhein, dass bereits erste Gespräche laufen. Tragen diese nun bald Früchte, wird auch die Kunstwelt weiterhin gerne nach Basel pilgern und das Intime der Stadt zu schätzen wissen.

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