Roger Federer gegen Stefanos Tsitsipas im Jahr 2019. (Bild: Keystone)
Basel

Rückkehr mit Jungstars und Altmeistern

Zwei Jahre lang mussten die Swiss Indoors, der grösste Sportanlass der Schweiz, wegen Corona pausieren. Jetzt kehrt das Spitzentennis nächste Woche zurück.

Am Rheinknie beginnt eine neue Zeitrechnung. In 13 von 14 Finals von 2006 bis 2019 stand Roger Federer an den Swiss Indoors im Final, einzig 2016 fehlte er nach seiner ersten Knieoperation. Ab jetzt muss das Heimturnier ohne den Rekordsieger (10 Titel) auskommen, doch die Besten der Branche werden weiterhin in der St. Jakobshalle aufschlagen.

Auch durch zwei Ausfälle wegen der Corona-Pandemie – so viele wie kaum ein Anlass der ATP Tour ausserhalb Asiens – hat das Turnier keinen Schaden genommen. Ohne die Garantie auf Zuschauer wollte Turnierdirektor Roger Brennwald das Risiko einer Durchführung nicht eingehen. Umso mehr darf er nun stolz sein auf die Besetzung beim grossen Comeback. Drei Spieler aus den Top 10, zwölf aus den ersten 30 der Weltrangliste, das Feld darf sich sehen lassen.

Alcaraz, jüngste Nummer 1 der Geschichte

Das i-Tüpfelchen setzt der Auftritt von Carlos Alcaraz, der am Montagabend die grosse Eröffnungsparty krönen wird (falls es die Auslosung erlaubt). Mit der Verpflichtung des erst 19-jährigen Spaniers ist Brennwald ein Coup gelungen. Alcaraz ist der Spieler des Jahres, gewann das US Open sowie vier weitere Turniere und wurde so die jüngste Nummer 1 der Tennisgeschichte. Der Federer-Fan begeistert aber auch mit seinem attraktiven Spiel und sympathischem Auftreten.

Da auch die Weltnummer 3 Casper Ruud dabei ist, könnte es im Final zur Revanche des US-Open-Titelkampfes kommen. Der Norweger ist mit je zwei Turniersiegen in Genf und Gstaad ein echter Schweiz-Spezialist, muss aber noch beweisen, dass er auch in der Halle zur absoluten Elite gehört. Seine einzige ATP-Niederlage auf helvetischem Boden musste Ruud 2019 als 20-Jähriger in der Qualifikation der Swiss Indoors gegen den Deutschen Peter Gojowczyk einstecken. Mit dem 22-jährigen Kanadier Félix Auger-Aliassime (ATP 10), der eben erst in Florenz sein zweites Turnier des Jahres gewann, steht ein weiterer Jungstar im Fokus.

Sieben weitere Grand-Slam-Titel

Daneben machen aber auch eine Reihe von Grand-Slam-Champions mit viel Erfahrung ihre Aufwartung. Stan Wawrinka und Andy Murray weisen je drei Major-Titel auf, der zuletzt wieder stärker aufspielende Marin Cilic (ATP 13) triumphierte am US Open 2014. Murray ist erstmals seit 2005 zu Gast in Basel, vor elf Jahren musste er wegen einer Zerrung im Gesäss Stunden vor seiner Auftaktpartie absagen. Wawrinka erreichte an den Swiss Indoors zweimal die Halbfinals, 2006 verlor er gegen Fernando Gonzalez, 2011 gegen Federer. Er ist aber nach seinen Fussoperationen auf der Suche nach alter Stärke.

Wawrinka profitiert von einem geschützten Ranking, mit Dominic Stricker (ATP 136), dem Juniorensieger des French Open 2020, und Marc-Andrea Hüsler (ATP 62), der vor drei Wochen in Sofia seinen ersten ATP-Titel feierte, erhielten zwei Schweizer eine Wildcard. Den beiden aufschlagstarken Linkshändern darf durchaus eine Überraschung zugetraut werden.

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