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Der Chef der Art Basel ist mit der ersten Ausgabe der Paris+ par Art Basel mehr als zufrieden. (Bild: Telebasel)
International

«Wir haben eine Messe auf dem höchsten Niveau inszeniert»

Marc Spiegler zeigt sich über den Start seiner neuen Paris+ hoch erfreut. Der Chef der Art Basel glaubt an eine nachhaltige Koexistenz beider Messen in Europa.

Selten war das Geschiebe auf einer Kunstmesse in Paris grösser als auf der ersten Paris+ par Art Basel. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich nichts anderes, als ein neuer Ableger der weltweit wichtigsten Messe für Gegenwartskunst, der Art Basel, die das breite Publikum seit Donnerstag besuchen kann.

Telebasel sprach kurz nach der Eröffnung der neuen Messe mit Marc Spiegler, Global Director der Art Basel. Der Chef der Art Basel zeigte sich zufrieden mit der Premiere und ist überzeugt, dass Paris + neben der Art Basel funktionieren wird.

Telebasel: Sind Sie mit dem Start der Paris+ par Art Basel zufrieden?

Marc Spiegler: Am Dienstag (Preview) war ein super Tag für die Art Basel. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es hätte besser sein können. Von Beginn weg funktionierten die Abläufe. Wir konnten viele Sammler aus der ganzen Welt begrüssen – von China bis Peru. Es waren auch viele Sammler aus Amerika hier. Wir taten, was wir den Galerien versprachen: Wir haben eine Messe auf dem höchsten Niveau inszeniert.

Die Behörden wurden in jüngster Zeit oft kritisiert, sie würden für die Art Basel zu wenig tun. Wie war das in Paris?

Diese Aussage ist gegenüber den Basler Behörden nicht fair. Klar, man kann immer mehr machen. An dem arbeiten wir aber auch aktiv mit der Stadt. Aber generell: Die Städte, in denen wir arbeiten, sind glücklich, dass wir hier sind. Sicher: Wir hatten nur neun Monate, um die Ausstellung auf die Beine zu stellen. Aber die Stadt Paris und das siebte Arrondissement waren sehr hilfsbereit und flexibel.

Nun gilt die jüngste Kritik, dass nicht unbedingt die Art Basel, sondern die Stadt Basel zu wenig macht. Was sagen Sie dazu?

Nochmals: Wir haben eine gute Beziehung zur Stadt, Behörden und anderen Akteuren. Auch sie sehen sich Paris + an, um sich selber ein Bild zu machen, was wir hier tun. Nicht unbedingt wegen Paris. Sondern um zu sehen, wo die Schwierigkeiten des kompetitiven Umfeldes sind; eben um die Leute weiterhin nach Basel zu bringen.

Schauen wir uns Paris+ an. Die Messe wirkt von aussen sehr ähnlich wie die Art Basel. Formate wie Art Parcours wurden zum Beispiel 1:1 übernommen. Warum lohnt sich trotzdem ein Besuch in Paris?

Natürlich sind die Städte komplett verschieden. Aber auch die Messen unterscheiden sich komplett. Über 60 Galerien von 156 der Paris+  sind aus Frankreich oder Paris. Der Stil der Messe ist stark französisch geprägt.

Zwei drittel der Galerien der Paris+ waren aber bereits an der Art Basel zu sehen. Soll sich das in Zukunft ändern? Wird Paris + noch französischer?

Um ehrlich zu sein: Wir haben bereits alle grossen Pariser Galerien aus allen Level des Marktes und ihren Spezialitäten dabei. Aber wir wollen noch mehr internationale Galerien einbinden. So, dass die Messe noch etwas internationaler wird und den französischen Charme beibehält.

Wo ist dann noch der Anreiz nach Basel und Paris zu kommen?

Das ist eine Sorge, welche sich jüngst gezeigt hat. Nochmals: Die beiden Städte sind komplett verschieden. Paris ist intensiv und hat diesen Glamour. Das ist eine Erfahrung, welche man machen kann. Die Basler Atmosphäre ist ruhiger, intimer. Das wird man in Paris nie finden. Basel ist, wenn sich Sammler im Tram treffen. Hier in Paris gibt es keine Trams und die Sammler nehmen hier nicht die Metro. Basel ist der Ort, wo sich die Kunstszene zufällig trifft. Viele Leute haben diese Erfahrung schon jahrelang gemacht. Für sie wird es immer so sein. Und: Wir haben in Paris auch keine Art Unlimited. Das ist eines der zentralen Aspekte der Art Basel.

Das heisst, es wird in Paris nie eine Art Unlimited geben?

Wir haben keine Pläne, so etwas wie die Art Unlimited in Paris zu machen. Es ist schön, können wir mit der «Sites» schon eine Ausstellung im Freien hier veranstalten. Aber Unlimited ist etwas spezielles und wird immer ausserordentlich bleiben.

Noch hat Paris+ aber Luft nach oben. Wo wollen Sie mit der Messe hin? Wollen sie gar grösser, wie die Art Basel werden?

Für dieses und nächstes Jahr sind wir hier beim Champ de Mars mit dem Blick auf den Eiffelturm im Grand Palais Éphémère. Aber ab 2024 sind wir im Grand Palais. Dieses bietet uns eine komplett andere Umgebung. Es erlaubt uns mehr Galerien aufzunehmen. Aber wir denken, dass wir auch dann nur etwa Platz für 230 Galerien haben werden. Das ist ungefähr zwei Drittel der Grösse von Basel. Ja, wir werden grösser. Aber nicht annähernd so gross, wie wir es von Basel kennen.

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