Kommuniziert das Departement von Beat Jans neu mit Genderstern? Offenbar nicht. (Bild: Keystone)
Basel

Der * als «Missverständnis»: Verwirrung um Genderstern im Präsidialdepartement

Verwendet das Departement neu den Genderstern, wenn es mit Bürger*innen kommuniziert? Nein, der Stern sei «reingerutscht» und nicht verordnet.

«Das vierarmige Fahrgeschäft Deep Zone schleudert die Messebesucher*innen mit einer Geschwindigkeit von 110 km/h kopfüber durch die Luft». Zudem appellieren die Behörden «an die Betreiber*innen der Fahrgeschäfte, auf Leerfahrten […] zu verzichten». In der Medienmitteilung von heute Dienstag zur Basler Herbstmesse sorgt ein Stern für eine gendergerechte Sprache. Auch in zwei vorherigen Mitteilungen des Präsidialdepartement (PD) kam der Stern vor. Allerdings nur je einmal. Kein Wunder also, dass es bis zum Mäss-Text kaum jemandem auffiel.

Kommuniziert das Departement von Beat Jans also neu mit Genderstern? Noch am Morgen sprach das Präsidialdepartement gegenüber Telebasel von einer neuen Schreibweise. Bereits am Nachmittag krebste das PD wieder zurück. Es handle sich um ein «Missverständnis» beim Departement. «Der Stern ist in eine Medienmitteilung gerutscht», sagte PD-Sprecherin Melanie Imhof gegenüber Telebasel.

«Es ist keine Weisung», so Imhof. Es sei zwar der Wunsch von Beat Jans, den Genderstern für die interne Kommunikation zu verwenden. Nach aussen solle die Handhabe aber weiterhin einheitlich sein. Dabei halte sich das PD wie auch alle anderen Departement an den Leitfaden des Bundes für die gendergerechte Sprache. Dieser sieht keinen Genderstern vor.

Kein * in den Weisungen des Bundes

Besagtes Dokument stammt aus dem Jahr 2009. Der Basler Regierungsrat schrieb letztes Jahr in einer Antwort auf eine Interpellation von Michela Seggiani (SP), dieser Leitfaden sei angesichts der sprachlichen Entwicklung nicht mehr aktuell. Der Bund werde ihn daher überarbeiten. Bis es soweit ist, solle er nach wie vor gültig sein. In Basel-Stadt gebe es keine Vorgaben für eine «diskriminierungsfreie und inklusive Sprache», sondern lediglich Empfehlungen.

Ebenfalls letztes Jahr gab Bundeskanzlei mehrere Weisungen zum Gendern durch. Das generische Maskulin, zum Beispiel das Wort «Bürger» für alle, ist in den Texten des Bundes nicht zulässig. «Genderstern und ähnliche Schreibweisen» werden aber auch nicht verwendet. Je nach Situation werden andere gendergerechte Formen verwendet. So etwa Paarformen (« Bürgerinnen und Bürger»), geschlechtsabstrakte Formen («versicherte Person») oder geschlechtsneutrale Formen («Versicherte»).

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