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Der Telebasel News-Beitrag vom 11. Oktober 2022.
Basel

Alarm in der Fritteuse – die Pommes werden immer kürzer

Den Krieg und die Hitze spüren auch die Gastro-Unternehmen. Der Preis für das Öl und die Kartoffeln steigt und die Pommes Frites werden allmählich kleiner.

Sie werden kürzer und kürzer. Und teurer. Des Schweizers liebste Beilage, die Pommes Frites, leiden unter der Hitze. Nicht jener in der Fritteuse – diese droht selber zu schrumpfen. Denn Sonnenblumenöl stammt zu grossen Teilen aus der Ukraine und hat daher einen deutlich steigenden Preis zu verzeichnen.

Nein, die Pommes, respektive die Kartoffeln, leiden unter der Sommerhitze. Eine gute Qualität, aber eine relativ kleine Ernte vermeldeten die Schweizer Kartoffelbauern nach dem Rekordhitzesommer 2022. Und klein ist sie nicht nur in der Quantität, sondern vor allem auch tatsächlich Knolle für Knolle. Das wiederum heisst: Die Mindestlänge der Pommes-Frites der grossen Hersteller muss von 5.5 Zentimetern herabgesetzt werden, damit nicht zu viele Kartoffeln aus der Norm und in einen anderen Verwertungsprozess fallen.

Auf Anfrage von Telebasel bestätigen zum Beispiel das Union Diner und das Restaurant Union, dass seit etwa 1-2 Monaten die Pommes kürzer sind. Das liege laut Lieferanten daran, dass es durch die Pandemie zu Überproduktionen kam, weswegen im aktuellen Jahr weniger Kartoffeln angepflanzt wurden, und deswegen auch kleinere Kartoffeln verarbeitet werden mussten, als die Nachfrage stieg. Ausserdem war es letztes Jahr zu nass. Und dieses Jahr zu trocken.

Nun ist es nicht so, dass man nicht in früheren Jahren schon kurze Pommes zu beklagen gehabt hätte. Vor zwölf Jahren klang es schon ganz ähnlich, und inzwischen haben es sich die Deutschen Medien zur Gewohnheit gemacht, jeweils spätestens zu Beginn der Saure-Gurken-Zeit die Kartoffelgrösse auf Pommes-Normlängen zu überprüfen. Selbstredend sind die Deutschen auch Weltrekordhalter für die längste Pommes der Welt. Sie ist 27.2 Zentimeter lang und stammt definitiv nicht aus einem Dürresommer.

Kürzer, dafür teurer

Allerdings muss die Aussage in das Reich der Legenden verwiesen werden, wonach der steigende Preis mit der Kürze der Pommes zusammenhänge.

Vielmehr treffen drei Kriterien in der Pommes-Produktion zum perfekten Sturm aufeinander.

  • Eine geringe Ernte kleiner Kartoffeln bei steigender Nachfrage nach der Pandemie
  • Eine Verknappung des Sonnenblumenöls aus der Ukraine und
  • Massive Steigerungen der Energie-, namentlich der Strompreise aufgrund des Ukrainekrieges.

Heisst: Die teuren gelben Stängel werden in teurem gelbem Frittieröl mithilfe sehr teuren Stroms hergestellt. Entsprechend kosten sie mehr. Rund 1.50 pro Portion beispielsweise in «La Manufacture» in Basel, wo man bisher darauf verzichtet hat, die Preiserhöhung an die Kunden weiterzureichen, jetzt aber eine erste Anpassung von 20 Rappen vornehmen musste. Das hätten die Kunden entweder nicht bemerkt oder aber verstanden, wie Mitinhaber Loïc Vrignaud Telebasel erklärt. Ob es dabei bleiben wird, oder ob die Portion Pommes im Gundeli noch über den Preis von 8 gesalzenen Franken ansteigen wird, kann er nicht vor Ende Dezember beantworten.

Und ob die Pommes nächstes Jahr noch kürzer werden, weiss er derzeit auch noch nicht.

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