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Der Telebasel News-Beitrag vom 7. Oktober 2022.
Basel

Trommelbauer verzeichnen Rekordverkäufe

Das Trommelgeschäft boomt wie nie zuvor. Die Instrumentenbauer rechnen mit mehr als doppelt so vielen Verkäufen wie im bisherigen Rekordjahr.

Laut Stefan Freimuth von der Schlebach AG verkaufte das Unternehmen bisher mehr Trommeln als sonst in einem ganzen Jahr. «Dieses Jahr kann man wirklich von einem Boom sprechen. Wir merken es an Online-Shop-Bestellungen oder ganzen Sammelbestellungen an Lehrmaterial, wie Böckli und Schlägel, die wir ausliefern können. Das ist eigentlich selten in solch hohen Stückzahlen», erklärt der Instrumentenbauer.

Viele Aufträge von Jungen Garden

Auch beim Büchler Trommelbau gehen aussergewöhnlich viele Bestellungen ein. Auffällig dabei ist die grosse Nachfrage nach Lehrmaterialien. «Wir haben gerade jetzt viele Aufträge für Junge Garden erfüllt. Neue Instrumente, neue Böckli, Schlägel und Bandalier. Wir machen vor allem dieses Jahr besonders viel für die Jungen Garden. Ich nehme an, dass die Garden viele neue Mitglieder bekommen haben, weil neues Material bestellt wurde», sagt der Instrumentenbauer Lukas Wirth. Somit ist der Nachwuchsboom in den Jungen Garden auch im Trommelgeschäft deutlich spürbar.

Erholung vom Corona-Tief

Noch vor 2 Jahren sah die wirtschaftliche Situation der Trommelbauer ganz anders aus. Sie hatten aufgrund der Pandemie rund 95 Prozent weniger Aufträge als vorher. «Wir hatten in der Pandemiezeit wirklich gar nichts zu tun. Es lief zwei Jahre wirklich gar nichts. Die Instrumente wurden ja auch nicht gebraucht. Es ging nichts kaputt, also mussten wir auch nichts reparieren. Jetzt gehen wir eigentlich wieder auf eine Fasnachtssaison zu, wie wir sie von vorher kennen. Wir freuen uns, dass wieder etwas läuft», so Lukas Wirth.

Lieferverzögerungen sind vorprogrammiert

Die vielen Bestellungen bringen jedoch auch viele Herausforderungen mit sich. Die Angestellten müssen mit Überstunden rechnen. Während der Hochsaison, die im November beginnt, werden sie teilweise auch Nachtschichten absolvieren müssen.

Des Weiteren ist es für die Instrumentenbauer schwierig, Lieferanten zu finden. «Wir planen und hoffen, dass alle Lieferanten mitspielen. Das ist momentan auch nicht ganz einfach. Es gibt immer wieder Lieferverzögerungen. Momentan sind wir aber noch relativ gut mit unseren Lieferzeiten. Es gibt zwei, drei Dinge, bei denen wir hinterherhinken», erläutert Stefan Freimuth von der Schlebach AG.

Langfristig rechnen die Trommelgeschäfte aber nicht mit einer so starken Nachfrage. «Ich glaube, es entstand sowas wie ein Vakuum während den letzten beiden Jahren und jetzt muss alles raus. Jetzt bestellen alle Trommeln. Ich glaube aber nicht, dass es so bleiben wird. Aber auch wenn es ein bisschen weniger wird, ist es auch noch gut», so Stefan Freimuth.

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