Besonders bei Strafanzeigen von sexualisierter Gewalt wird dem Opfer auch eine Mitschuld zugeschoben. (Bildmontage: Telebasel)
Basel

Wie kann «Victim-Blaming» verhindert werden?

Victim-Blaming bedeutet die Schuldumkehr von Opfern und Tätern. Doch wie könnte das in Zukunft verhindert werden? Machen Sie jetzt mit bei der Wochen-Umfrage.

Victim Blaming, auch Opfer-Täter-Umkehr genannt, beschreibt das Phänomen, wenn dem Opfer einer Straftat auch eine Schuld zugeschoben wird, womit sich der Täter als Opfer inszeniert und das Opfer somit zum Täter macht. Dieses Phänomen kommt besonders oft bei Straftaten mit sexualisierter Gewalt vor. Aber auch in Bereichen von Rassismus oder häuslicher Gewalt wird diese Strategie oft verwendet. Auch bei narzisstischen Menschen, die nicht fähig sind, die Schuld bei sich zu suchen, ist das eine gängige Strategie, jegliche Schuld von sich abzuwenden und dem Opfer zuzuschieben.

Ein jüngstes Beispiel von Victim Blaming zeigt sich im Fall eines Ex-Chefredaktors, der erfundene Sexgeschichten über eine Praktikantin erzählte. Sie zeigte ihn daraufhin wegen Verleumdung und sexueller Belästigung an. Das Gericht gab ihr im Fall der Verleumdung recht, da die sexuelle Belästigung jedoch bereits verjährt war, wurde er diesbezüglich nicht schuldig gesprochen. Dies sorgte unter verschiedenen Medienunternehmen zu Diskussionen, da die sexuelle Belästigung nicht als Strafbestand der Anzeige angenommen, und dem Opfer eine Rufmord-Kampagne unterstellt wurde. Ein klassisches Beispiel der Opfer-Täter-Umkehr.

Doch wie lässt sich diese Schuldumkehr vermeiden? Liegt es am Sexualstrafrecht, welches überarbeitet werden sollte? Ist es ein Problem der Gesellschaft, oder liegt die Verantwortung bei uns Medien, die sachlich über einen Strafbestand berichten sollten, ohne dem Opfer eine Schuld zuzuschieben? Machen Sie jetzt mit bei der Telebasel Wochen-Umfrage:

1 Kommentar

  1. Das passiert ja leider fast täglich in unserer Justiz und wird durch massig Mediensupport noch unterstützt. Bei einem Delikt gilt relativ Schnell Täter- vor Opferschutz. Der Täter erhält zwar seine Strafe, aber oftmals noch Strafmilderung aufgrund schwerer Kindheit etc., das Opfer hat einfach Pech gehabt und muss selber schauen. Für das/die Opfer interessiert sich nach kurzer Zeit keiner mehr, aber über den Täter wird immer wieder berichtet. Aktuell ja grad wieder zu sehen beim Fall „Brian“Report

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