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Der Telebasel Sonntags-Talk vom 9. Oktober 2022.
Basel

Von Stromspar-Übungen und dem Streit um Tempo 30

Basel löscht die Lichter, streitet um Tempo 30 und wird sich noch einmal mit dem Biozentrum-Debakel auseinandersetzen müssen.

Das grosse Lichterlöschen

Basel-Stadt verzichtet auf die Beleuchtung seiner Wahrzeichen, wie z.B. Spalentor oder Münster, während der Nacht. Auch an anderen Orten (Blaues Haus, Theodorskirche) bleibt die Beleuchtung aus. Mit diesen Massnahmen soll der Stromverbrauch gesenkt werden (entspricht dem Verbrauch von 25 Einfamilienhäusern).

In den Parkhäusern wurden schon Mitte September die Lichter gedimmt, nur jede zweite Lampe brennt noch. Auch Geschäfte ziehen nach. Die Manor knipst die Lichter in den Schaufenstern aus.

Die Basler Herbstmesse soll trotzdem stattfinden. Was bringen solche Übungen also? Denn die ganze Geschichte hat noch eine Kehrseite: Den Menschen ist es mulmig, wenn es dunkel ist. Bei verschiedenen Interessenverbänden in der ganzen Schweiz sind bereits entsprechende Reaktionen eingegangen. Die Basler Polizei hat bereits angekündigt, dass sie wenn nötig ihre Patrouillen verstärken würde. Auf Ständeratsebene soll das Thema Sicherheit vs. Beleuchtung diskutiert werden.

Widerstand gegen Tempo 30

Im Sommer hat der Grosse Rat die Regierung damit beauftragt, ein Konzept für flächendeckendes Tempo 30 auszuarbeiten. Wirtschafts- und Verkehrsverbände stehen jetzt auf die Bremse. Am Mittwoch haben sie eine Petition mit 7777 Unterschriften eingereicht. Diese zeigen, dass die Bevölkerung kein Tempo 30 auf den Hauptstrassen wolle, liess der Automobilclub verlauten. Bereits im Mai hatten die Interessenverbände eigene (repräsentative) Umfragen vorgelegt, die erhärten sollten, dass die Mehrheit der Stadtbevölkerung gegen ein solches Vorhaben sei.

Das Thema ist auch in anderen Städten der Schweiz sehr umstritten. Der Zürcher Stadtrat ist vom Vorhaben «flächendeckend Tempo 30» wieder weggekommen, Lausanne hat es eingeführt, allerdings gilt es nur nachts.

Biozentrum-Debakel kommt in den Grossen Rat

Es war eine Ohrfeige für die Verantwortlichen. Der Bericht der PUK zu den Pannen beim Biozentrum sparte nicht mit Kritik. Mangelhafte Aufsicht, mangelhafte Planung, ein Bild der Überforderung liess die PUK verlauten. Denn neben der massiven Verspätung gab es auch eine Kostenüberschreitung von 100 Millionen Franken. Pikant: Die Mehrkosten hat die Universität Basel bereits bezahlt. In den Augen der PUK hätte sich das nicht tun sollen, ohne vorgängig Genehmigungen der Parlamente (BS/BL) einzuholen. Im Bericht wird überdies die mangelhafte Kooperationsbereitschaft der Regierungen kritisiert. Insbesondere die Baselbieter Regierung hätte ihre Zusammenarbeit verweigert (man wolle das Verhältnis zu Basel-Stadt nicht belasten).

Zu Gast im Sonntags-Talk: 

  • Anita Fetz, Altständerätin SP Basel-Stadt
  • Hansjörg Wilde, designierter Präsident des Gewerbeverbandes Basel-Stadt
  • Patrick Marcolli, Chefredaktor der bzBasel

Den Sonntags-Talk sehen Sie am 9. Oktober 2022 um 19:15 Uhr.

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