Featured Video Play Icon
Raphael Schneider erklärt im Interview seine Kündigung bei der Basler Polizei. (Video: Telebasel)
Basel

Der iCop geht bald offline

Auch Raphael Schneider, besser bekannt als iCop, verlässt die Basler Kantonspolizei. Einer der Gründe sei der Personalnotstand, wie er am Montag mitteilte.

Nach 16 Jahren bei der Basler Polizei verlässt Raphael Schneider Ende Oktober seinen Posten. Im November 2019 wurde er zum ersten Basler iCop und kümmerte sich seither in den sozialen Medien um die Community. Am Montag verkündete der 44-Jährige die Neuigkeiten zu seinem Wechsel in einem Statement via Facebook und Instagram.

Kaum Hundetraining wegen Notstand

Einer der Gründe, weshalb Raphael Schneider die Basler Polizei verlässt, sei der Personalmangel. «Es ist zu vielen Kündigungen gekommen und uns fehlt der Nachwuchs, was bei gleichbleibender Auftragslage zu massiv steigendem Arbeitsvolumen geführt hat», schreibt der iCop am Montag. Deswegen musste er bei der Arbeit mit den Hunden viele Abstriche machen. So sei er auch «immer öfters in einen Clinch gekommen», zwischen den Polizei-Einsätzen und dem Zeitbedarf für seine kürzlich verstorbene Schäferhündin Ella.

«Ich habe bei der Basler Polizei drei Aufgaben: Ich bin Hundeführer, ich bin iCop und Polizist im Aussendienst. Diese drei Funktionen unter einen Hut zu bringen war nicht immer einfach und ich merkte, seit ich Ella hatte, wurde es immer schwieriger, ihr gerecht zu werden. Das heisst, Trainingssequenzen mit ihr zu absolvieren oder sie adäquat zu versäubern.» Als Ella starb, habe er sich die Frage stellen müssen, ob er weiter mache wie bisher oder dies als Chance für eine Veränderung nehme. «Und ich entschied mich dann für die Veränderung», so Schneider.

Sein grosser Wunsch sei es aber, im polizeilichen Aussendienst als Hundeführer tätig zu sein. Deshalb wird er ab November in Frick bei der Polizei Oberes Fricktal arbeiten. «Ab Frühling dann wieder mit einem Hund», schreibt Schneider.

Auch seine Aufgabe als iCop habe unter dem Personalnotstand gelitten. Dass es soweit gekommen ist, erstaune ihn nicht. Schliesslich müsse die Arbeit gemacht werden: «Man stelle sich vor, es geschieht ein Raub und die Polizei geht nicht hin. Logisch, dass dann andere Einsätze, Trainings oder auch hundespezifische Dinge warten müssen.»

Die Aufgaben der Kantonspolizei in den sozialen Medien wird ab dem 20. Oktober das Social Media-Team übernehmen. Ob es einen neuen iCop geben wird, ist nicht klar.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

Mehr aus dem Channel