Bund und Kanton sind sich sicher: Der Krieg in der Ukraine wird viele weitere Menschen in die Flucht schlagen. (Archivbild: Keystone)
Basel

Kanton bereitet sich auf die nächste Flüchtlingswelle vor

1'700 Schutzsuchende aus der Ukraine sind bislang in Basel-Stadt registriert. Wegen der jüngsten Eskalation im Krieg dürften noch weitaus mehr hinzukommen.

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat seit Februar Millionen Menschen aus dem eigenen Land vertrieben. Alleine in der Schweiz sind bis dato über 66’000 Schutzsuchende eingetroffen. In Basel-Stadt leben zurzeit 1’700 Flüchtlinge.

Und das Leid im osteuropäischen Land nimmt kein Ende. Russland löst in diesen Tagen eine Eskalationsstufe nach der anderen aus: Präsident Wladimir Putin hat die Teilmobilmachung der Armee angeordnet. Am Freitag will er die Annexion mehrerer ukrainischer Gebiete verkünden. Und wegen Lecks in den Pipelines Nord Stream 1 und 2 fliesst kein Gas mehr durch die Ostsee – Sabotage-Verdacht inklusive.

Zahl der Flüchtlinge könnte sich noch verdoppeln

Dass sich der Krieg in der Ukraine immer weiter zuspitzt, dürfte noch mehr Menschen in die Flucht schlagen. Davon gehen sowohl der Bund als auch der Kanton Basel-Stadt aus: Der Bund rechne bis Ende dieses Jahres mit 80’000 bis 120’000 Gesuche von Schutzsuchenden, teilt die kantonale Koordination Asyl- und Flüchtlingswesen Basel-Stadt auf Anfrage mit. Heisst: In den nächsten drei Monaten könnte sich die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge in der Schweiz fast noch verdoppeln. Nebst den «kriegerischen Handlungen» sieht die Koordinationsstelle auch den Wintereinbruch als ein Auslöser: «Engpässe in der Energieversorgung dürften zahlreiche Menschen in die Flucht treiben», heisst es.

Basel-Stadt: «Zuweisungen werden wieder ansteigen»

Im Moment präsentiert sich die Lage an der Basler Flüchtlings-Anlaufstelle relativ ruhig. Laut Kanton gibt es zurzeit nur wenige Zuweisungen. Das liegt am Verteilschlüssel. Seit Ende April werden die Flüchtlinge aus der Ukraine proportional zur jeweiligen Bevölkerung auf die Kantone verteilt.

In der ersten Phase der Ukraine-Krise wurde die Regelung ausgesetzt und Basel-Stadt sind deutlich mehr Schutzsuchende zugewiesen worden als die 2,3 Prozent gemäss Verteilschlüssel. «Sobald der Ausgleich erreicht ist, werden die Zuweisungen wieder ansteigen», ist man sich bei der kantonalen Koordination Asyl- und Flüchtlingswesen sicher.

Schutzstatus S wird wohl verlängert

Flüchtende aus der Ukraine erhalten in der Schweiz zurzeit den Schutzstatus S. Damit dürfen sie arbeiten. Doch nur solange, bis der Bundesrat den Status wieder aufhebt. In der aktuellen Lage geht Basel-Stadt aber davon aus, dass dies nicht der Fall sein wird: Eine Aufhebung sei wegen der weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs «eher unwahrscheinlich», so der Kanton.

2 Kommentare

  1. Es ist zum Heulen, ich weiss. Ich wohne im Raum Basel und wenn ich mich in der Mitbevölkerung so umschaue, dann frage ich mich unterdessen täglich, was dies noch mit «Schweiz» zu tun haben soll.Report

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