Bis 2035 braucht es alleine in Basel über 700 zusätzliche Pflegefachpersonen. (Bild: Keystone)
Region

Brisant: Basel fehlen Ausbildner in der Pflege

Wie will die Regierung den Exodus in der Pflege aufhalten? Erste Anhaltspunkte liefert am Mittwoch die Antwort auf die Interpellation von LDP-Grossrat Furlano.

Letzte Woche schlagen die Gewerkschaften Alarm: 300 Menschen würden den Pflegeberuf schweizweit verlassen – jeden Monat! Es drohe ein Exodus, wenn die Politik nicht umgehend Massnahmen ergreife. Auch die Personaldirektorin des Unispitals, Eleonora Riz à Porta stellt fest: «Wir verlieren Leute zum Teil aus Erschöpfung.» Nun ist klar, wie die Basler Regierung die Gesundheitskrise bekämpfen will.

Antwort auf Interpellation liefert Anhaltspunkte

Rückblick: Im November 2021 hat die Schweizer Bevölkerung die sogenannte Pflegeinitiative angenommen. Rund ein halbes Jahr später hat der Bundesrat erste Massnahmen zur Umsetzung präsentiert. «Wie gedenkt die Basler Regierung diese Initiative umzusetzen?», fragte daraufhin LDP-Grossrat Raoul Furlano. Seit heute Mittwoch liegt die Antwort der Regierung nun vor.

Eine Gruppenleiterin betreut einen Covid-Patienten. Wie lange hat es noch genug Personal? (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Ausbildungsoffensive ohne AusbildnerInnen

Wie bereits vom Bundesrat vorgesehen, will man auch in der Region Basel auf eine Ausbildungsoffensive setzen, um die bis 2035 zusätzlich benötigten 35’000 Pflegefachpersonen in der Region Nordwestschweiz sicherzustellen.

Nur: Es fehlen die BerufsbildnerInnen: «Geplante und durch den Kanton geförderte Ausbildungsprojekte können so teilweise nicht umgesetzt oder nur mit grösseren Verzögerungen gestartet werden», schreibt die Regierung in ihrer Antwort: «Hier muss zeitnah angesetzt werden, damit geplante Projekte zur Ausbildungsförderung in der Praxis tatsächlich umsetzbar sind.»

Der Spengler Park in Münchenstein: Künftiger Standort für den geplanten «Campus Bildung Gesundheit» der Region Basel. (Bild: Spenglerpark.ch)

Aufbau eines «Campus Bildung Gesundheit» in Basel

Zusätzliche BerufsbildnerInnen sind für die Strategie der Regierung jedoch zentral. Dies zeigt auch der geplante «Campus Bildung Gesundheit», den Basel im Spengler-Areal in Münchenstein aufbauen möchte. Dort sollen ab August 2023 die Gesundheitsschulen der beiden Basel zusammengezogen werden, sowie die Zusammenarbeit der Berufsfachschule Gesundheit BL, des Bildungszentrums Gesundheit BS, des ÜK Bildungszentrums OdA Gesundheit sowie der Berner Fachhochschule verstärkt werden.

Was dieser Campus kostet, wie die Regierung das fehlende Ausbildungspersonal rekrutieren möchte und ob auch an den Löhnen des bestehenden Personals geschraubt wird, sehen Sie in den Telebasel News vom 29. September 2022. Dann nimmt Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger Stellung.

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