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Der Telebasel News-Beitrag vom 20. September 2022.
Region

Frankreich wird für Schweizer und Deutsche zum Tankparadies

Ein tiefer Euro und ein Preisnachlass durch die Regierung: Tanken in Frankreich ist zurzeit billig. Dies führt in der Region zu einem Tanktourismus.

«Ich spare pro Tank zwischen 15 bis 20 Franken», sagt Edoardo Menozzi aus dem Aargau. Er arbeitet in Basel und tankt sein Auto deshalb regelmässig in Frankreich. Damit ist er nicht alleine. Auch Vasili Rakow aus Weil am Rhein geht regelmässig ins Nachbarland tanken, wie er Telebasel erklärt: «Ich komme alle 10 Tage hierher. Dadurch spare ich 200 Euro pro Monat».

Der Grund: Die französische Regierung bezahlt zurzeit pro Liter Benzin und Diesel 30 Cent. Dazu kommt, dass der Euro sehr tief ist. Dies führt im Dreiland zu starken Preisunterschieden beim Kraftstoff. Während in der Schweiz für beispielsweise Bleifrei 98 rund zwei Franken bezahlt werden müssen, sind es in Frankreich nur zwischen 1.50 bis 1.60 Euro pro Liter. Dies führt dazu, dass Tankstellen an der Grenze wegen leeren Tanks vorübergehend geschlossen werden müssen. So auch heute, als Telebasel mehrere Tankstellen in St. Louis und Hunigue besuchte.

«Die Leute kommen von überall»

Die Zunahme an Deutschen und Schweizer Tank-Gästen spürt auch die Tankstelle Super U in Huningue. «Eine Lastwagenfüllung reicht ein bis zwei Tage – nicht mehr», sagt die Tankstellenverantwortliche Ginette Florentz. Teils sei es schwer, Benzin und Diesel zu bekommen. Nicht immer könne alles bestellt werden. «Manchmal müssen wir deshalb einzelne Tanksäulen sperren», so Florentz weiter.

Am Montag habe die Tankstelle je 37’000 Liter Benzin und Diesel bekommen. Ein Teil davon sei bereits einen halben Tag später wieder leer gewesen. «Bleifrei 98 hat es nicht mehr. Und Bleifrei 95 E-10 ist fast leer», so die Tankstellenchefin. Negativ sei die momentane Situation allerdings nicht. «Es ist gut fürs Geschäft. Wir profitieren davon», so Florentz.

Tanktourismus stört nicht alle Franzosen

Man könnte meinen, die langen Wartezeiten und die leergetankten Tankstellen stören die Franzosen. Einige davon nehmen es allerdings gelassen. «Die Wartezeiten sind kein Problem für mich», sagt ein Elsässer gegenüber Telebasel. Solche Stimmen hört man heute öfters. Andere wiederum nerven sich gewaltig: «Es ist mühsam. Ich habe keine Lust, jedes Mal so lange anzusehen», sagt eine Elsässerin im Gespräch.

Noch bis Ende Oktober zahlt Frankreich 30 Cent pro Liter Benzin und Diesel. Sollte Frankreich diese Frist verlängern, bleibt der Tanktourismus wohl noch länger bestehen.

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