Viele Menschen warten geduldig um sich von ihrer Königin verabschieden zu können. (Bild: Keystone)
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Kilometerlange Warteschlangen zum Abschiednehmen

Eine Woche nach dem Tod der Queen sind die Menschen in Grossbritannien in Trauer. Das gilt auch für die Königsfamilie, die weiterhin die Nähe zum Volk sucht.

Queen-Sohn Prinz Edward und seine Frau Sophie waren in Manchester, um Blumensträusse und Botschaften anzuschauen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Queen-Enkel Prinz William und seine Frau, Prinzessin Kate, wurden beim Landsitz der Queen in Sandringham erwartet, wo ebenfalls viele Menschen Blumen niedergelegt hatten, um ihre Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen.

Derweil dürfte Williams jüngerer Bruder Harry einen besonders tristen Geburtstag verbracht haben: Er wurde am Donnerstag 38 Jahre alt. Harry und seine Frau Herzogin Meghan sind nach dem Tod der Queen vor einer Woche länger als ursprünglich geplant in Grossbritannien geblieben, um an den Trauerzeremonien teilzunehmen. Ihre beiden Kinder Archie (3) und Lilibet (1) sind in den USA geblieben.

Harrys Verhältnis zu seiner Grossmutter galt als humorvoll und innig. In einer persönlichen, emotionalen Botschaft dankte er ihr für ihr «ansteckendes Lächeln». Er und seine Familie würden auch in dem Gedanken daran lächeln, dass die Queen nun wieder mit ihrem geliebten Ehemann, Harrys Grossvater Prinz Philip, vereint sei, schrieb er.

Begräbnis am Montag

Am kommenden Montag findet das Staatsbegräbnis für die Monarchin statt. Bis dahin haben die Menschen Gelegenheit, sich am Sarg von ihrer Königin zu verabschieden.

Seit dem frühen Mittwochabend ist die Westminster Hall, in der die aufgebahrte Monarchin ruht, durchgehend für die Öffentlichkeit geöffnet. Am Donnerstagmittag war die Warteschlange 6,4 Kilometer lang und zog sich durch die Hauptstadt. Für die kommenden Tage wird mit Wartezeiten von bis zu 30 Stunden gerechnet. Einige Schätzungen gehen von insgesamt bis zu zwei Millionen Besuchern aus, die der Queen ihren Respekt erweisen wollen.

Mehrere Soldaten königlicher Regimenter halten an den Ecken des Sargs Totenwache. Sie sollen alle sechs Stunden abgelöst werden. Für einen der Wachmänner war das lange Stehen offenkundig zu viel: Er stand in der Nacht zu Donnerstag auf einem kleinen Podest vor dem Sarg, kippte dann während eines Wachwechsels plötzlich vornüber und prallte mit dem Gesicht auf den Boden. Umstehende Wachen eilten zu Hilfe und drehten ihn auf den Rücken. Wartende Menschen, die von der Queen Abschied nehmen wollten, schlugen erschrocken die Hände vor dem Gesicht zusammen.

Trauerfeier in der Westminster Abbey

Der Leichnam der Queen soll noch bis zum kommenden Montagmorgen (7.30 Uhr MESZ) aufgebahrt bleiben. Dann wird er zur Westminster Abbey überführt, wo mittags die Trauerfeier abgehalten wird. Danach findet das Staatsbegräbnis statt, zu dem Hunderte Staats- und Regierungschefs, Angehörige von Königshäusern und andere Würdenträger erwartet werden.

Als grosse Ehre gilt etwa, dass Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako aus Japan anreisen werden – Vertreter der ältesten Erbmonarchie der Welt nehmen traditionell eigentlich nicht an Bestattungen teil, weder in Japan noch im Ausland. Angekündigt sind auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, US-Präsident Joe Biden, der französische Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Der Sarg der Queen war am Mittwochnachmittag in einer feierlichen Prozession in Begleitung der engsten Familie vom Buckingham-Palast zum Parlament gebracht worden. Elizabeth II. war am Donnerstag voriger Woche im Alter von 96 Jahren auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral gestorben. Am Sonntag wurde ihr Sarg in die schottische Hauptstadt Edinburgh gebracht, am Dienstagabend dann nach London.

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