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Der Telebasel Newsbeitrag vom 5. September 2022
Basel

Kompostieren in Basel: Bio-Klappen fallen durch

Basel verfügt über verschiedene Kompostier-Arten: Neben den privaten Haufen, gibt es Quartierkomposte und Bio-Klappen. Letzteres funktioniert nur teilweise.

Für die Kompostierung in Basel-Stadt ist primär die Stadtgärtnerei zuständig. Auf deren Homepage heisst es, dass kompostieren eine gute Sache sei. Zum einen wird weniger Abfall produziert und zum Anderen kann dem eigenen Garten nährstoffreiche Erde aus verwertetem Kompost zugefügt werden. Insgesamt berät die Stadtgärtnerei laut eigener Aussage aktuell über 4000 Kundinnen und Kunden.

Neben Kompostberatung und Kompostverkauf, bietet die Stadtgärtnerei auch Häckselbestellungen für den eigenen Kompost Zuhause oder einen Häckseldienst an. Auch Kindergärten und Schulen werden bei der Errichtung ihres eigenen Komposts beraten. Es scheint so, als gäbe es in Basel ein gutes Kompostangebot.

Quartierkomposte statt Bioabfuhr

Statt einer Bioabfuhr hat Basel-Stadt Quartierkomposte, welche von privaten Vereinen organisiert werden. Allerdings sind diese Quartierkomposte in den meisten Fällen nur für eine kurze Zeit geöffnet. Im Gellert können die Anwohnenden beispielsweise ihre organischen Reste aus der Küche und dem Garten zwischen 10 und 10:30 Uhr vorbei bringen.

Weil diese von freiwilligen Helfenden verarbeitet werden, ist eine Annahme des Materials nur während dieser beschränkten Zeit möglich. Praktischer sind deswegen die sieben Bio-Klappen. Für deren Benutzung braucht es lediglich eine Chipkarte, die immer wieder aufgeladen werden kann. 20 Einwürfe kosten etwa elf Franken, was pro Einwurf einem Betrag von 55 Rappen entspricht.

Beschwerden wegen Bio-Klappen

Die Bio-Klappen sind zwar sehr beliebt, allerdings sind diese vor allem in den äusseren Quartieren vertreten. Für Anwohnende in der Innenstadt bedeutet dies, dass sie einen längeren Weg auf sich nehmen müssen. Christian Pfrunder wohnt im Gundeldinger-Quartier. Er möchte seinen Kompost via Bio-Klappe entsorgen, bekam aber keine neue Chip-Karte mehr. Dafür kann er seinen Müll bei Bekannten in Binningen entsorgen. In der Gemeinde wird der Bio-Müll im Sommer einmal pro Woche, im Winter jede zweite Woche abgeholt.

In Basel-Stadt ist dies aber nicht möglich. «Wenn Sie schauen, wie an anderen Orten Bio-Müll abgeholt wird, dann läuft das über Container. Das geht in Basel nicht, weil wir in Basel keine Container in Vorgärten stellen dürfen. Wir müssten also das Bau- und Planungsgesetz ändern», sagt Dominik Egli, Leiter der Stadtreinigung Basel-Stadt. Er ist ebenfalls unzufrieden mit dem laufenden Angebot. Wenn es nach ihm ginge, würden die Bio-Klappen ganz verschwinden und durch Alternativen ersetzt werden.

Zusätzliche Touren möglich

Der Leiter der Stadtreinigung ist sich sicher: In den kommenden Jahren muss eine Alternative angeboten werden. Um den städtischen Bio-Müll zu entsorgen, bräuchte es 400 Container. Diese brauchen aber viel Platz. Deswegen brauche es ein anderes Konzept. «Die Alternative ist wirklich einzig, dass wir extra Touren machen für Bio-Müll. Oder zukünftig den Sack in einem Behälter in einen Unterflurcontainer entsorgen, wo dieser dann nachträglich in einer Sondieranlage sortiert wird,» so Egli.

Diese Extratouren der Stadtreinigung würden weitere Kosten verursachen. Er ist sich dennoch sicher, dass Basel noch eine geeignete Lösung findet. «Und zwar bevor ich pensioniert werde.»

Der Basler Grossrat Laurin Hoppler unterstützt das Vorhaben der Stadtreinigung. Er hat eine Motion für eine allgemeine Sammlung und Verwertung von Bioabfällen eingereicht. Er wünscht sich, dass es bis 2025 eine entsprechende Lösung für die Entsorgung von Bio-Abfällen gibt.

5 Kommentare

  1. Von 2001 bis 2022 wohnte ich in Riehen und dort wurde die Biotonne vor rund 15 Jahren eingeführt. Einmal pro Woche das ganze Jahr werden die grünen Kübel geleert und den Biomüll nach Pratteln gebracht in die Biogasanlage gebracht. Jetzt nehme ich mein grünes Säckchen auch nach Riehen mit, weil es in Basel nicht geht……..Report

  2. Die Bioklappe am Ökolampad war in den letzten Jahren zumeist verstopft, mit Müll zugestellt oder funktionierte nicht. Anrufen hat leider nichts geändert. Schade. Das Konzept finde ich gut, es braucht halt genügend Möglichkeiten zum Entsorgen.Report

  3. Ebenfalls sollte die Schweinesuppe endlich wieder eingeführt werden. Vieles von diesem Biomüll würden unsere Schweine gerne essen. Ich habe das Glück das bekannte zwei solche Feinschmecker haben und bei mir nahezu 0 Biomüll in den Abfall wandert. Wieviel weniger Schweinefutter müssten wir aus dem Ausland importieren wenn mehr unserer Feinschmecker wieder unsere Reste haben dürften?..Report

  4. Warum erwähnt man den nicht das es im Gleichem Kanton in „ Riehen“ seit Jahren geht??? Ich würde sagen der zuständige sollte schneller Pensioniert oder versetzt werden. Aber das interessiert wie immer in der Stadt keiner…Report

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