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Der Telebasel News-Beitrag vom 1. September 2022.
Basel

Wetterkapriolen setzen Weingut in Riehen zu

Die extreme Hitze und der Hagel haben den Weintrauben in Riehen zugesetzt. Auf dem Schlipf rechnet Winzer Silas Weiss mit einem Schaden von bis zu 35 Prozent.

Die Rebberge des Riehener Weinguts liegen am unteren Teil des Tüllinger Bergs. Eigentlich eine ideale Lage: Leicht erhöht, sonnig, nicht zu warm aber auch nicht zu kühl. Das renommierte Kulinarik-Magazin «Falstaff» zeichnete die Weine des Betriebs mit Bestnoten aus und kürte sie zur «Kollektion des Jahres».

Auch heftige Gewitter verschonten das Weingut auf dem Schlipf in den letzten Jahren tendenziell. Anders jedoch dieses Jahr. Gleich zwei Mal wurden die Reben im Hitzesommer 2022 durch starke Gewitter in Mitleidenschaft gezogen. Hagelkörner, so gross wie Fünfliber, beschädigten zwischen 15 bis 35 Prozent der Trauben, sagt Silas Weiss, Winzer und Mitinhaber des Weinguts in Riehen.

Frühere Ernte wegen Hitze

Auch auf die Ernte haben sich die Wetterkapriolen der letzten Monate ausgewirkt. Silas Weiss und sein Helfer-Team ernten dieses Jahr knapp einen Monat früher als gewöhnlich. Der Grund: Die Trauben haben sich durch die Hitze schneller entwickelt. Zu schnell, wenn es nach dem Winzer geht. «Im Rebbau bevorzugt man kühle Nächte, Morgentau und Wärme, die sich den Tag durch entwickelt. Die Trauben sollten nicht zu viele Oechsle am Tag raufgehen, sondern schön und langsam reifen», so Silas Weiss.

«Oechsle» ist die offizielle Masseinheit für den Zuckergehalt einer Traube. Würde man jetzt noch mit der Ernte warten, wäre dieser Zuckergehalt zu hoch. 

Jahrgang 2022 noch nicht abgeschrieben

Gegen Wetterkapriolen sei man als Winzer machtlos, so Silas Weiss. «Man kann nur hoffen, dass das Wetter nach dem Hagel gut ist und sich die Trauben gut verschliessen, damit keine Fäulnis entsteht. Fäulnis wäre das Mühsamste.»

Fäulnis hat sich bis anhin nur wenig oder keine gezeigt. Silas Weiss ist daher guter Dinge, dass der Wein mit Jahrgang 2022 etwas wird. So richtig wisse man dies jedoch erst in rund zwei Jahren.

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