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Der Telebasel News-Beitrag vom 26. August 2022
Basel

Darum wird die Stadt am Wochenende zur Festung

Dieses Wochenende finden die Feierlichkeiten um das 125-Jahr-Jubiläum des Zionistenkongresses statt. Darum sind etliche Polizei- und Militärtruppen im Einsatz.

Ausserordentlich viel Polizei und Militär ist in der Stadt Basel präsent. Der Grund ist der Zionistenkongress und die Feierlichkeiten zu dessen 125-Jahr-Jubiläum.

Grundstein für die Gründung Israels

Vom 29. bis 31. August 1897 fand der erster Zionistenkongress in der Stadt Basel, im Stadtcasino, statt. Theodor Herzl, der den Kongress in die Wege leitete, schrieb damals ‹In Basel habe ich den Judenstaat gegründet›. Zwar vergingen seit dem ersten Kongress nochmals 50 Jahre, bis der Staat Israel tatsächlich Realität war, doch der historische Kongress war tatsächlich Auslöser der Gründung Israels.

«Man kann eigentlich sagen, dass Basel der Urort des Zionismus ist. Hier wurde vor 125 Jahren die Zionistische Bewegung ins Leben gerufen. Basel spielt in diesem Zusammenhang in der jüdischen, modernen Geschichte eine entscheidende Rolle», erklärt der Basler Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte Alfred Bodenheimer.

Erik Petry ist Historiker und stellvertretender Leiter des Zentrums für Jüdische Studien in Basel. Er unterstreicht: «Ohne diesen politischen Zionismus, ohne Basel hätte es keinen Staat Israel gegeben.» Hinter dem Zionismus steht der Wunsch nach einem eigenen, sicheren Staat für die Juden. Um Israel zu gründen musste Palästina Platz machen. Seither gibt es Konflikte im Gazastreifen. Eine Demonstration am Sonntag in Basel soll auf die Sicht der PalästinenserInnen aufmerksam machen.

Grosses Sicherheitsaufgebot und Sperrungen

Aktuell sind unzählige PolizistInnen sowie Militärtruppen im Einsatz. Ihre Aufgabe ist es, den Kongress und die Feierlichkeiten vor möglichen Angriffen zu schützen. Es befindet sich eine Militärstation auf der Bäumlihof Wiese, ein Helikopterlandeplatz auf dem Messeparkhaus und das Stadtcasino, das Hotel Drei König, sowie das Messegelände  sind mit Pollern und Absperrungen versehen.

Die Bäumlihof Wiese ist während des Wochenendes Militärgebiet. (Bild: Telebasel)

So will die Stadt Basel die Teilnehmenden der Veranstaltung rund um den Kongress vor möglichen Angriffen schützen. «Das ist etwas, was wir in der heutigen Gesellschaft leider in vielen Dingen erleben – dass Einrichtungen, die mit jüdischer Kultur, Geschichte und Leben zu tun haben, beschützt werden müssen», schätzt Erik Petry dies ein. Er fügt an: «Der Zionismus und der Staat Israel stehen sehr unter Druck, werden sehr angegriffen. So eine Feier ist dann ein willkommener Anlass für Gegner des Staates, das auch deutlich zu machen.»

Am Super-Wochenende findet auf dem Barfüsserplatz das Public Viewing vom eidgenössischen Schwing- und Älplerfest statt, auch die Demonstration «Free Palestine – no Zionist Congress» am Sonntag soll unmittelbar beim Barfüsserplatz vorbei führen.

5 Kommentare

  1. Wer für den Staat Palästina (nicht einfach gegen das Judentum oder Israel basierend auf Antisemitismus) demonstriert, wird wohl schon eine Ahnung von Geschichte haben, auch da die Verdrängung der muslimischen Bevölkerung immer noch anhält. Häuser werden durch «Siedler» mit Hilfe des Militärs besetzt. Wo vor einem Jahrhundert noch moderne Leibeigenschaft als Siedlungstaktik galt, ist es heutzutage gewaltsames verdrängen. Kein Wunder ist sogar Amnesty International darauf aufmerksam geworden.Report

  2. Danke vielmals an alle Blaulichtorganisationen für Ihren wertvollen und leistungsstarken Einsatz an diesem speziellen Wochenende mit den etlichen Einsätzen. Bravo!Report

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