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Der Telebasel News-Beitrag vom 13. August 2022.
Region

Nachfrage nach Brennholz in Hochwald ist riesig

Der Forstbetrieb Dorneckberg wird mit Anfragen für Brennholz überhäuft. Schnell zu reagieren, ist in der Forstwirtschaft jedoch nicht ganz einfach.

Früher liessen sich die Baslerinnen und Basler traditionellerweise ihr Brennholz aus dem solothurnischen Hochwald liefern. In den letzten 30 Jahren nahm das jedoch wegen der Beliebtheit von Öl- und Gasheizungen stetig ab. Jetzt, wo die Energiekrise anklopft, gibt es jedoch einen regelrechten Brennholz-Boom. Leute horten Brennholz wie während des ersten Corona-Lockdowns das WC-Papier.

Revierförster Roger Zimmermanns Handy klingelt im Stundentakt. Brennholzhändler und Private wollen Holz kaufen, um über die nächsten Winter zu kommen. «Dass das Holz wieder an Wert gewinnt und die Leute den Rohstoff schätzen, ist eine sehr gute Tendenz», meint Zimmermann. Allerdings müsse dieser Boom auch nachhaltiger Natur sein. «Nicht, dass sobald der Krieg in der Ukraine vorbei ist, der Gashahn wieder aufgeht und die Leute wieder nur das wollen.»

Holzschnitzel waren kaum von Interesse

Viele Gemeinden hätten geschlafen, erinnert sich Zimmermann. «Wir appellieren seit 20-30 Jahren, dass man Holz-Verbunde machen soll. Wir haben zum Beispiel hier selbst eine Anlage gebaut, die wir vorfinanziert haben. Da hat kein Mensch angehängt. Man hat irgendeinen billigen Öl-Ofen eingebaut oder was auch immer. Das hat jahrelang niemanden interessiert.»

Jahrelang habe es im Forstrevier Dorneckberg sogar zu viel Holz gehabt. So, dass man sogar froh gewesen sei, es nach Asien exportieren zu können. Jetzt wollen plötzlich alle das wertvolle Holz haben, um warm durch den Winter zu kommen. Doch Zimmermann sieht dort weniger eine Gefahr. Es sind eher die Hamsterkäufe, die ihn beunruhigen. Er appelliere an die Leute, Vernunft walten zu lassen und kein Feuerholz zu horten. Nur dann würde man die geforderte Menge an Holz auch erbringen können. Und weiter: «Die Leute müssen vielleicht auch bereit sein, einen Misch-Ster zu bestellen. Nicht nur gerade das schönste Buchenholz. Man kann auch mit einer Esche oder einem Ahorn, bei denen der Brennwert sehr ähnlich ist, heizen», erklärt der Revierförster.

Nur noch Lokale und Stammkunden kriegen Holz

Im Forstbetrieb Dorneckberg reagiert man auf die steigende Nachfrage. Allerdings können nur noch Leute aus den angrenzenden Gemeinden und Stammkunden ihr Holz beziehen. «Bis jetzt waren die Leute es sich gewohnt, dass man nachbestellt, wenn der letzte «Schittli» im Ofen liegt. Dann habe man das auch innerhalb von wenigen Tagen geliefert bekommen. «Jetzt ist es aber so, dass wir relativ viele Anrufe haben, von Leuten oder Familien, die sich sogar Sorgen machen. Da appelliere ich, dass sie zuerst bei ihren Waldbesitzern und Gemeinden schauen gehen», so Zimmermann.

Reserven gebe es im Dorneck schon noch. Der Forstbetrieb müsse nun aber herausfinden, wo man noch abholzen könne, ohne, dass die langfristige Planung darunter leidet.

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