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Der Telebasel News-Beitrag vom 5. August 2022.
Region

Fast 1’000 offene Lehrstellen in der Region

Nach der Volksschule gehen viele Schüler und Schülerinnen weiter in die Schule. Lehrstellen sind immer schwieriger zu besetzen.

Diese Woche starten die neuen Lehrlinge ihre Berufslehre. Im Kanton Baselland gibt es in diesem Jahr 1’855 neu unterschriebene Lehrverträge. Im Kanton Basel-Stadt sind es 1’792. Während es in Baselland einen leichten Rückgang gibt, sind es im Stadtkanton exakt gleich viele Lehrlinge, wie letztes Jahr.

In Basel-Stadt sind zu wenig Lehrlinge ein bekanntes Problem

Die Zahlen besetzen Lehrstellen bewegen sich in einem gewöhnlichen Rahmen. Die Region verzeichnet seit der Corona-Pandemie zwar weniger Lernende, einen negativen Trend können die Behörden jedoch nicht feststellen.

Fakt ist jedoch, dass im Baselbiet noch mindestens 500 Lehrstellen offen sind. Im Kanton Basel-Stadt sind es 400. «Wie im Kanton Basel-Stadt bekannt ist, haben wir immer Schwierigkeiten Jugendliche zu finden, die sich direkt für eine Lehrstelle bewerben», erklärt Ulrich Maier, Leiter der Mittelschulen und Berufsbildung am Freitag.

Im Baselbiet zeichnen sich beliebtere und unbeliebtere Berufungen ab. «Zuoberst kommen die kaufmännischen Berufe, dann die Berufe im Gesundheitswesen und ICT, also Informatik, Mediamatiker und so weiter», so Fabienne Romanens, Sprecherin der Bildungsdirektion Baselland. Laut Romanens hätten die Betriebe in der Event- und Gastrobranche Mühe beim Besetzen ihrer Lehrstellen. Das aufgrund der Corona-Pandemie.

Im Stadtkanton zählen zusätzliche Faktoren, wie die Arbeitszeit, eine Rolle. Aber auch handwerkliche Berufe sind hier unbeliebter als Bürojobs: «Alle Berufe, ich sage jetzt, in denen man sich die Hände dreckig macht. Sei das im fleischverarbeitenden Gewerbe und auch im Baubereich. Die haben es im Moment schwerer Jugendliche zu finden, die sich für diese Berufe interessieren», fasst Ulrich Maier zusammen.

Traumjob auf der Baustelle

Es gibt aber nichtsdestotrotz noch viele Jugendliche, die auf handwerkliche Berufe setzen. Adel Kaltak begann diese Woche seine Lehre als Sanitärinstallateur EFZ. Für ihn war von vornerein klar, dass er diesen Beruf lernen möchte. «Ich habe mich einfach für die Lehre entschieden, weil ich sowieso auf die Baustelle möchte um Sanitär zu werden. So konnte ich mich schneller entscheiden», so der junge Lernende am Freitagmorgen auf einer Baustelle in Münchenstein.

Seine Ausbildung begann Adel Kaltek am Dienstag bei der Firma Alltech Installation AG. Bei der Lehrstellenbesetzung falle es dem Betrieb aber auch immer schwerer gute Leute zu finden. «Grundsätzlich ist es so, dass es jedes Jahr ein wenig anders ist. Ich muss aber schon sagen, dass es sich in den letzten ein, zwei Jahre in diesem Sinne verändert, dass es schwieriger wird die Lehrstellen zu besetzen», so die Berufsbildnerin bei der Alltech, Franziska Hofer.

Der Telebasel News-Beitrag vom 5. August 2022.

Einen der zwölf Lehrverträge in diesem Jahr schloss die Firma erst letzte Woche ab, die Bewerbungen kamen in diesem Jahr schweizweit relativ spät. Ebenfalls ein Faktor, der die Lehrstellenbesetzung dieses Jahr schwieriger macht.

Dazu kommt, dass bei Bewerbungsschreiben vermehrt Formalitäten wegfallen: «Heute mit WhatsApp und E-Mail ist es eher eine schnelllebige Sache. Wir schauen eigentlich wirklich darauf, dass sich die Lehrlinge mit einem Lebenslauf, mit einem Motivationsschreiben und allen Zeugnisnoten bewerben. Das erwarten wir schon noch von unseren Lernenden, die sich bei uns bewerben. Ich denke, das ist etwas, was sich die zukünftigen Lernenden auch noch zu Herzen nehmen dürfen», meint Franziska Hofer.

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