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Sarah, Danae und Elena haben den Minigolfklub auf dem Dreispitzareal ins Leben gerufen. Episode 4 «Point of View» vom 5. August 2022.
Basel

Ein Spielplatz für Erwachsene

Sarah, Danae und Elena haben auf dem Dreispitzareal eine Minigolfbahn selbstgebaut. Sie besteht fast ausschliesslich aus secondhand Bauteilen.

Während des Lockdowns im 2021 kam den drei Innenarchitektinnen die zündende Idee: Eine Minigolfbahn selbst zu bauen. So beschlossen Sarah, Danae und Elena, das Vorhaben in die Tat umzusetzen, gründeten den Verein «Wennschodennscho» und konzipierten fünf verschiedene Bahnen, die sie anschliessend mit finanzieller Unterstützung der Christoph Merian Stiftung auf dem Studio Gleisbogen bauen konnten. Heute gehört ein kleiner Kiosk dazu, bei dem man sich Schläger und Bälle ausleihen und eine Limo trinken kann: Der Minigolfklub.

«Minigolf ist nicht bünzlig.»

«Es gibt Leute, die sagen, Minigolf sei sowas von bünzlig und out, aber wir finden dieses Klischee recht lustig und interpretieren es in etwas Neues» erklärt Sarah. Ausserdem sei es ja auch schon recht witzig, dass es eine kleine Version von Golf sei. Dazu auch noch günstiger und niederschwelliger, so Sarah. «Im Gegensatz zu Golf ist es viel zugänglicher. Man braucht kein teures Equipment und keine Platzreife. Man kann vorbeikommen, einen Schläger zur Hand nehmen und sich am ersten Loch versuchen.» Selbst ein kleines Kind oder eine ältere Person hätten so noch etwas davon. Eine Sportart, die verbindet also.

Recycle-Bahnen aus Bauschutt

Das Besondere an den Minigolfbahnen ist, dass sie allesamt aus recyclierten Baumaterialien gebaut wurden. Die Basis der Bahnen besteht aus Bauschutt eines Kaminabbruchs. «Anstatt die Klinkersteine auf die Mülldeponie zu liefern, haben sie sie zu uns gebracht. Wir haben sie dann klein geschreddert und bei uns in die Bahnen eingegossen», so Sarah. Das Ziel des Projekts sei, Leute darauf zu sensibilisieren, mit bereits verwendeten Materialien zu bauen. «Wir wollen zeigen, dass es auch lustvoll sein kann und Spass macht, mit bereits Verwendetem zu arbeiten und nicht nur mühsam ist.» Denn in der Baubranche sei es immer noch relativ normal, Dinge neu zu kaufen oder den Bauschutt nach dem Abbruch zu entsorgen.

Lustvoller Freiraum für die Bevölkerung

«Wir wollten verschiedene Dinge zur Stadtentwicklung beitragen», erklärt Sarah. Zu zeigen, dass es auch möglich sei, etwas eigenes auf die Beine zu stellen, sei das Eine. Das andere aber, so Sarah, sei es, einen Ort in der dichten Stadt zu schaffen, wo man sich treffen und zusammen Spass haben könne – abseits vom allseits geliebten und genutzten Rheinufer. «Das Dreispitzareal ist ein sehr verspieltes und spannendes Areal. Es ist ein Ort, an den man im Alltag nicht unbedingt unterwegs ist. Deshalb auch ein toller Ort zum Erkunden».

Wachsender Figurenpark mittels Wettbewerb

Die Idee des Minigolfklub sei es, stetig zu einem Figurenpark zu wachsen. Wo verschiedene KünstlerInnen, GestalterInnen und sonstige Menschen ihre eigenen Entwürfe umsetzen könnten. «Wir fänden es spannend, wenn es eine Sammlung von verschiedenen Ideen werden könnte. Deshalb haben wir dieses Jahr einen Wettbewerb lanciert.» Aus vielen Einsendungen wählte die Jury schliesslich drei Konzepte aus, die diesen Sommer noch gebaut werden. Sarah, Danae und Elena stehen den GewinnterInnenteams als Coaches zur Seite und beraten, was die Materialbeschaffung und Produktion angeht. «Das Team Poller-Minigolf arbeitet zum Beispiel stark mit Materialien des Areals, was wir natürlich alleine wegen unseres eigenen Konzepts super finden. Sie haben sich von einem alten Beton-Poller inspirieren lassen, den sie in ihre Bahn mit einbauen».

«Ein Entdeckungsparcours wäre unser Traum.»

«Der Traum wäre natürlich, dass es noch mehr Bahnen werden, damit es irgendwann eine schön verdichtete Spielmöglichkeit gibt», so Sarah. So könnten die Bahnen sich auf dem Areal ausbreiten, die Leute noch mehr hindurch führen und sie auf diese Weise das Areal entdecken lassen. «Das fanden wir von Anfang an cool, dass man sich dadurch anders durch das Areal bewegt, als wenn man schnurstracks der Strasse folgt. Eine Art Entdeckungsparcours, das wäre ein bisschen unser Traum.»

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