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Schweiz

Schweizer stürzen sich auf elektrische Heizkörper

Der Verkauf von elektrischen Heizkörpern explodiert und Deutschland nimmt die Schweiz beim Sparen von Gas in die Pflicht. Die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Verkauf von Elektro-Heizkörpern explodiert

Aus Angst, im Winter zu frieren, deckt sich die Schweizer Bevölkerung schon jetzt mit Heizkörpern ein. Der Onlinehändler Digitec Galaxus verkündet, der Verkauf von elektrischen Heizkörpern sei in den letzten Monaten «explodiert», wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Im Juni habe man 370 Prozent mehr davon verkauft als vor einem Jahr, im Juli war es gar eine Zunahme von 470 Prozent. Der Trend zeige weiter aufwärts.

Kommen sie alle zum Einsatz, hat das Folgen für die Stromversorgung. Wenn Gasheizungen durch elektrische Notheizungen ersetzt würden, werde «der Stromkonsum in einer ohnehin angespannten Situation massiv zunehmen», sagt Michael Frank, Direktor des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen. «Der Einsatz Tausender elektrischer Notheizungen kann zu grosser Instabilität für den Energiehaushalt der Schweiz führen», warnt Frank in der Zeitung. «Dann hätten wir nicht nur beim Gas, sondern bald auch beim Strom ein grosses Problem.»

Deutschland: Schweiz soll ebenfalls Gas sparen

Nach Ansicht von Deutschland soll die Schweiz bei der Reduktion des Gasverbrauchs auf freiwilliger Basis um 15 Prozent zwischen August und März mitziehen. Diese Senkung haben die EU-Länder diese Woche beschlossen. Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hält es gemäss der «NZZ am Sonntag» für «angezeigt, dass sich auch die Grenzregionen ganz klar an Sparmassnahmen beteiligen». Sollte es in Deutschland zu einer Gasnotlage kommen, schreibt das Ministerium, wären auch die aus Deutschland belieferten Gebiete betroffen. Dazu gehören das St. Galler Rheintal und der Kanton Graubünden, die ihr Gas ausschliesslich und direkt aus Deutschland beziehen.

Dass sich die Schweiz an den europäischen Gassparplänen beteiligt, ist nicht ausgeschlossen. Gegenüber der «NZZ am Sonntag» schreibt das Umweltdepartement, dass das Umwelt- und das Wirtschaftsdepartement ebenfalls freiwillige Massnahmen prüfen würden, welche denjenigen des EU-Entscheids entsprechen.

Bundesrat wegen Gasmangel unter Druck

Die drohende Gasknappheit beschäftigt den Bundesrat seit Wochen. Die Strategie ist zweigleisig: Die Gasversorger sollen im Ausland Gasreserven aufbauen und sich Optionen für zusätzliche Käufe sichern. Doch das Departement von Energieministerin Simonetta Sommaruga weiss nicht, wie hoch diese Reserven in den Nachbarstaaten sind, wie der «SonntagsBlick» schreibt. «Wir verfügen nicht über die gewünschten Angaben», so die Auskunft des Uvek. Thomas Hegglin vom Verband der Schweizerischen Gasindustrie sagt gegenüber der Zeitung, dass die regionalen Energieversorger die Zielsetzung beim Aufbau der Gasreserven in Gasspeichern aktuell zwischen 75 und 100 Prozent erreicht haben. Die Regionalgesellschaften seien «gut auf Kurs, um bis November die Optionen für zusätzliche nichtrussische Gaslieferungen zu beschaffen».

Hilft Elon Musk der Schweiz beim Internet aus?

Starlink, das Satelliten-Internet von Elon Musk, könnte mit Blick auf eine Strommangellage in der Schweiz helfen, genügend Bandbreite für Internetverbindungen zur Verfügung zu stellen. Gemäss der «SonntagsZeitung» fallen Mobilfunkantennen bei einer Strommangellage nach kurzer Zeit aus. Anrufe und Surfen im Internet via Mobilfunk sind dann nicht mehr möglich. In der Schweiz sind die Mobilfunknetze gemäss der Zeitung schlecht gegen solche Ereignisse gewappnet. Auch für Schweizer Haushalte mit langsamer Internetverbindung oder abgelegene Bauernhöfe, entlegene Häuser in Bergdörfern oder Alphütten wäre Musks Internet in der Schweiz eine Option. Allerdings braucht es für das Satelliten-Internet unverbaute Sicht zum Himmel – und es ist teuer. Erhältlich in der Schweiz ist es seit über einem halben Jahr. Wie viele Kundinnen und Kunden das Unternehmen in der Schweiz hat, ist nicht bekannt. Weltweit sind es 400’000.

Bund ermittelt rund um Ringier

Sonderermittler Peter Marti untersucht in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mögliche Amtsgeheimnisverletzungen des Innendepartements gegenüber Ringier. Gemäss zwei Quellen sei Ringier-CEO Marc Walder persönlich betroffen, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Die Ringier-Medienstelle bestätigt auf Anfrage der Zeitung, dass sie «im Rahmen der Ermittlungen des ausserordentlichen Staatsanwalts des Bundes, Peter Marti, mit einer Untersuchung gegen eine Drittperson konfrontiert» worden sei. Sie betont aber: «Weder die Ringier AG, Tochtergesellschaften, Organe, noch Mitarbeitende sind Beschuldigte in diesem Verfahren. Ringier AG kooperiert mit den zuständigen Behörden, unter Wahrung des Quellenschutzes. Weitere Kommentare werden aufgrund des laufenden Verfahrens keine gemacht.» Marti, der ehemalige Zürcher Oberrichter, war von der Aufsichtskommission über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) ursprünglich im Zusammenhang mit den Crypto-Leaks eingesetzt worden.

Digitec-Galaxus serviert die Post ab

Um schneller liefern zu können, will Digitec Galaxus künftig neben der Post vermehrt auf Planzer als Logistikpartner setzen. Die Post geht davon aus, dass dadurch Arbeitsplätze verloren gehen, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Sie sei von dieser Information überrascht worden. Erst diesen Frühling haben die beiden Konzerne ihre Zusammenarbeit neu verhandelt. Dabei stellte der Onlinehändler in Aussicht, in den kommenden drei Jahren rund elf Millionen Sendungen mit der Post zu transportieren. Die Post geht nun davon aus, dass sie pro Jahr über eine Million Sendungen weniger verarbeiten wird, wenn sie nicht wie angenommen Exklusiv-Partner ist.

Als Grund für den Entscheid für einen zusätzlichen Partner nannte Digitec Galaxus «technische und prozessuale Gründe», etwa Sortieranlagen, die grössere Paketdimensionen verarbeiten können. Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert den Entscheid, da Planzer keinem Gesamtarbeitsvertrag untersteht.

Emmentaler-Käse soll besser geschützt werden

Die Sortenorganisation Emmentaler will, dass Schweizer Emmentalerkäse im Ausland besser vor Nachahmungen geschützt ist. Konkret soll nur echter Schweizer Emmentaler als «Emmentaler» bezeichnet werden dürfen, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Alle übrigen Varianten sollen im Namen ihren tatsächlichen Herkunftsort tragen müssen. Emmentalerkäse aus dem Allgäu müsste dann «Allgäuer Emmentaler» heissen. Um das zu erreichen, geht der Käsehersteller bis vor das Europäische Gericht (EuG). Dieses ist Teil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Der Grund für die Klage: Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum hatte entschieden, dass Emmentaler bloss eine Gattung Käse bezeichne – quasi den Hartkäse mit den Löchern – und nicht die geografische Herkunft eines bestimmten Produkts. Emmentaler zog den Fall vor die europäischen Richter.

Ukrainischer Verein Schweiz darf kein Geld überweisen

Postfinance untersagt dem ukrainischen Verein Schweiz mit Verweis auf die Sanktionen sämtliche Überweisungen ins Kriegsgebiet. In einem Schreiben an den Verein teilte die Postfinance mit, die Geschäftsbeziehung könne nur weitergeführt werden, «sofern diese ausschliesslich für die Verwaltungsgeschäfte in der Schweiz verwendet wird», wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Der Verein wurde zur Unterzeichnung einer Zusatzvereinbarung aufgefordert, in der es hiess: «Es dürfen keine Zahlungen aus oder in Länder erfolgen, gegen die der Bundesrat Zwangsmassnahmen erlassen hat.» Und dazu gehört auch die Ukraine. «Wir können dadurch unseren Landsleuten nicht mehr helfen», sagt Präsident Andrej Lushnycky gegenüber der Zeitung. «Das ist ein Skandal und einer Institution unwürdig, die dem Staat gehört.» Offenbar geht es um die Frage, ob mit dem Geld auch Material gekauft wurde, das als Kriegsware. Postfinance gibt wegen des Bankgeheimnisses keine Auskunft.

Produzenten verstossen immer wieder gegen Bio-Verordnung

In den letzten sechs Jahren stellten die Kontrolleure bei Bauern, Lebensmittelproduzenten, Importeuren und Händlern jährlich im Schnitt gut 2600 Verstösse und Unregelmässigkeiten gegen die Bio-Verordnung fest. Dies entspricht einem Durchschnitt von etwas mehr als zwei Verstössen bei zehn Kontrollen, wie die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» berichten. Die Mehrheit dieser Beanstandungen betrifft Bagatellen, beispielsweise ein fehlerhaft ausgefülltes Formular. Doch regelmässig treffen die Kontrolleure auch auf gröbere Missstände, wie etwa in einem Fall, in welchem fünf Kälber den Winter über angebunden waren und nicht einmal alle 14 Tage Auslauf erhielten.

Urs Brändli, Präsident von Bio Suisse, relativiert die Befunde und argumentiert mit «Millionen von verkauften Bioprodukten» und «extrem strengen» Vorschriften. «Allein unsere Richtlinien umfassen mehr als 350 Seiten. Im Vergleich dazu gibt es relativ wenige schwere Fälle», sagte er.

FDP Zürich fordert mehr Wasserkraftwerke

Angesichts der Energiekrise lanciert die Zürcher Sektion der FDP eine Petition, damit die von Bern ausgewählten Projekte für neue Wasserkraftwerke unverzüglich umgesetzt werden. Der Bund hat 15 Staudammprojekte identifiziert, die die Wasserkraftproduktion in der Schweiz um mehr als 5 Prozent steigern könnten, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» schreibt. Diese Anlagen sollen 2 Terawattstunden (TWh) zusätzlichen Strom produzieren. «Wir fordern, dass diese 15 Projekte sofort auf politischem Weg umgesetzt werden», sagt der Walliser FDP-Vizepräsident Philippe Nantermod in der Zeitung. Seiner Meinung nach muss die Umsetzung über ein Bundesgesetz erfolgen, das innerhalb von zehn Monaten verabschiedet werden kann und den Weg für ein mögliches Referendum ebnen würde. «Aber wir werden nicht zehn Jahre warten und riskieren, zur Kerze zurückzukehren oder die Aufzüge anzuhalten», fügt der Nationalrat hinzu.

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