An der Uni Basel wurden die Faktoren für sozialen Aufstieg anhand der Berufsziele Jugendlicher untersucht. (Symbolbild: Keystone)
Basel

Jugendliche mit hohen Berufszielen haben mehr Erfolg

Sich im jungen Alter hohe berufliche Ziele zu stecken, kann sich später positiv auf die Karriere auswirken. Das zeigt eine neue Studie mit Basler Beteiligung.

Ambitionierte Bildungs- und Berufsziele können den beruflichen Werdegang positiv beeinflussen. Zu diesem Schluss ist eine Studie von Basler WirtschaftswissenschaftlerInnen in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Madrid gelangt. Unrealistisch hohe Ziele können allerdings auch kontraproduktiv sein.

Für ihre Studie konnten die Mitarbeiter der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel und der Universidad Carlos III de Madrid auf einen umfangreichen Datensatz aus Grossbritannien zurückgreifen, wie die Uni Basel am 26. Juli mitteilte.

Dieser Datensatz umfasst die Lebensläufe von 17’000 Menschen von ihrer Geburt im Jahr 1958 bis heute. Er enthält Informationen über das Umfeld in der Kindheit, den beruflichen und finanziellen Hintergrund des Elternhauses, die Fähigkeiten, Ziele in der Jugend, den Berufsweg und das Wohlbefinden im Erwachsenenalter.

Diese umfangreichen Daten erlauben es, über die gängigen Faktoren, mit denen sozialer Aufstieg oder Stagnation erklärt werden, hinauszugehen. Zu den gängigen Faktoren gehören etwa die finanziellen Ressourcen, das Bildungssystem oder die genetische Veranlagung.

Diese Datenlage sei einmalig, lässt sich der Basler Wirtschaftswissenschaftler Reto Odermatt in der Mitteilung zitieren. Auch wenn Grossbritannien seine Eigenheiten habe, liessen sich die Grundaussagen auch auf die Schweiz übertragen.

Wer hohe Ziele hat, erreicht mehr

In ihrer Studie stellten die Wissenschaftler gemäss Communiqué fest, dass die selber gesetzten Bildungs- und Berufsziele im Jugendalter neben den kognitiven Fähigkeiten zu den wichtigsten Voraussetzungen für den späteren Erfolg in Bildung und Beruf gehören.

Im Umkehrschluss lasse sich daraus schliessen, dass wenig ambitionierte Berufsziele eine wichtige Erklärung für mangelnde soziale Mobilität sein könnten. Dass es viele Jugendliche mit Eltern aus tieferen Bildungsschichten schwer haben, sozial aufzusteigen, lasse sich also nicht allein durch finanzielle Umstände oder kognitive Fähigkeiten erklären, vielmehr beginne die Ungleichheit anscheinend bereits bei den Wünschen.

Allzu ehrgeizige Ziele können gemäss der Studie aber auch zu Enttäuschungen führen. Es habe sich gezeigt, dass es negative Folgen für die Lebenszufriedenheit im frühen Erwachsenenalter haben könne, wenn die Betroffenen weniger erreichen, als sie angestrebt haben.

Die Autoren der Studie kommen zum Schluss, dass man die Berufswünsche der Jugendlichen nicht allein der Beeinflussung durch die Eltern überlassen sollte. Die Schule dürfe und solle sich hier durchaus einmischen, so Reto Odermatt. Es gelte unter dem Strich aber, Träume nicht einfach zu maximieren, sondern zu optimieren.

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