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Der Telebasel Newsbeitrag vom 22. Mai 2022.
Basel

Galerist Stefan von Bartha: «Basel setzt die Art aufs Spiel»

Stefan von Bartha warnt vor einem Wegzug der Art Basel. Die Stadt ignoriere die Alarmsignale, so der wichtige Basler Galerist.

«Ein Basel ohne Art» – dieses Szenario zeichnet Stefan von Bartha in einem Brief an die Verantwortlichen in Kultur und Politik. Im dreiseitigen Schreiben sagt der renommierte Basler Galerist Stefan von Bartha der Stadt und ihrer Kunstmesse eine düstere Zukunft voraus.

Von Bartha sieht die Expansion der Art Basel nach Paris als Gefahr: Die französische Hauptstadt könnte Basel zeitnah den Rang ablaufen. Der Stadt am Rhein drohe nichts weniger als der Verlust ihres grössten Aushängeschilds seit dem Ende der Baselworld. Hintergrund: Im Oktober dieses Jahres soll in Paris die erste Ausgabe von Paris+, par Art Basel stattfinden.

Die Art Basel soll bieten, was Paris nicht kann

Es überrasche ihn, dass «alle Warnsignale in einer fast schon arroganten Haltung von der Stadt und ihrer Politik ignoriert werden», so Stefan von Bartha deutlich. Die Mängel am Standort Basel sind nach Meinung des Galeristen vielseitig: Unzufriedene Aussteller, hohe Standmieten und Hotelpreise, mangelndes Engagement des Kantons und der Politik für die Art Basel sowie eine schlechte Infrastruktur schadeten der Kunstmesse schaden. «Wie soll sich da bitte Basel gegenüber Paris behaupten?»

Stefan von Bartha glaubt, dass Paris für Basel vielmehr eine Chance als eine Gefahr sein könne: «Basel sollte das bieten, was Paris als Grossstadt nicht bieten kann». Damit könnten sich die beiden Messen gegenseitig stärken. Damit dies möglich werde, müssten alle wichtigen Parteien in Basel an einen Tisch kommen und gemeinsam die Zukunft der Kunstmesse in die Hand nehmen. Dabei sieht Stefan von Bartha insbesondere den Kanton in der Pflicht: Dieser gehe unvorsichtig mit der Art Basel um und setze «ihre grossartige Tragkraft für Basel als Kunst- und Kulturmetropole aufs Spiel».

Mehr Mitspracherecht für Galeristen

Der Basler Galerist fordert eine engere Zusammenarbeit zwischen Kanton und MCH Group, welche die Messe durchführt. So solle die Art Basel bei der Stadt einen direkten Ansprechpartner erhalten, der eine reibungslose Durchführung der Messe gewährleiste. Weiter soll mindestens eine Schweizer Galerie einen Sitz im Messekomitee inne haben, wie dies bereits früher der Fall gewesen sei.

Konkreter wird Stefan von Bartha in seiner scharf formulierten Kritik an der jetzigen Form der Art Basel noch nicht. Eins ist für ihn aber sicher: Die Art bleibe nur in Basel, «wenn die Stadt nun aktiv reagiert und versteht, dass alle politischen Ebenen, alle Departements und die Stadt als solche alles tun müssen, um das richtige Umfeld für die Messe, die Besucher und die Galerien zu garantieren». Ein sofortiges Handeln sei nötig.

2 Kommentare

  1. Man hat schon lange alle Alarm Glocken ignoriert, die Uhren Messe ist weg, jetzt wird die Art wegziehen. Welch ein Verlust und allen ist es égal!!! Hauptsache ein paar Parkplätze weg und ein Baum gepflanzt 😡😡😡Report

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