Beim Absturz zerstörte das Flugzeug offenbar auch Strommasten, in den umliegenden Dörfern fiel vorübergehend der Strom aus. (Keystone)
International

Frachtflugzeug stürzt in Griechenland ab – acht Tote

Nahe der nordostgriechischen Stadt Kavala ist am späten Samstagabend ein Frachtflugzeug vom Typ Antonow An-12 abgestürzt. Alle acht Personen an Bord starben.

Fenster zu, Aircondition aus, Häuser nicht verlassen – nach dem Absturz eines Frachtflugzeugs am Samstagabend im Nordosten Griechenlands haben sich an der Unglücksstelle beissende Dämpfe verbreitet. Das Bürgerschutzministerium schickte eine entsprechende Warn-SMS an die Anwohner.

Die Antonow An-12 soll zwölf Tonnen «toxisches Gut» an Bord gehabt haben, berichtete der Staatssender ERT in der Nacht zum Sonntag. Um was genau es sich bei der Fracht handelte, wurde zunächst nicht bekannt. Bei dem Unglück waren alle acht Besatzungsmitglieder des Fliegers ums Leben gekommen.

Probleme mit Triebwerk

Die Antonow war Berichten zufolge im serbischen Nis gestartet und auf dem Weg nach Amman in Jordanien, als der Pilot Probleme mit einem Triebwerk meldete und eine Notlandung auf dem Flughafen der Stadt Kavala beantragte. Beim Flug-Tracker Flightradar24 war zu sehen, wie das Flugzeug nahe der Halbinsel Chalkidiki über der Nordägäis den Kurs Richtung Kavala änderte – doch bis dahin schaffte es die Crew nicht mehr. Der Flieger stürzte nahe den Dörfern Paleochori und Antifilippi weniger als 40 Kilometern von Kalava entfernt auf unbewohntem Gebiet ab.

In der Umgebung sahen und filmten etliche Anwohner den Absturz des Flugzeugs, das bereits in der Luft brannte und deshalb am Nachthimmel deutlich auszumachen war. Zunächst rückte ein Grossaufgebot aus Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei an, doch schon bald zogen sich die Rettungskräfte zurück. «Obwohl wir Masken trugen, war die Luft unerträglich. Es gab nicht nur Rauch, sondern auch beissende Dämpfe», sagte ein Feuerwehrmann gegenüber Journalisten. Zwei seiner Kollegen seien mit Atemwegsproblemen ins Krankenhaus gebracht worden.

«Gefährliches Material» geladen

An Bord des Frachtflugzeugs, das Samstagabend nahe der nordgriechischen Stadt Kavala abgestürzt ist, sollen sich 11,5 Tonnen Munition befunden haben. Das sagte der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Belgrad, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete. Es handele sich um Munition für Mörser, die in Serbien produziert werde.

Das Flugzeug habe alle erforderlichen Genehmigungen für den Transport gehabt. Behauptungen in Medien, dass die Antonow Waffen von Serbien in die Ukraine transportieren sollte, wies der Minister zurück.

Noch Stunden nach dem Absturz waren aus den brennenden Überresten der Maschine Explosionen zu hören. Die Trümmer der Antonow sollen in einem Umkreis von 800 Metern verteilt liegen, das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Experten sagten im Fernsehen, bei Begriffen wie «toxisches Gut» könne es sich um viele verschiedene Dinge handeln, um Munition, um Waffen, aber beispielsweise auch um Batterien für militärische Zwecke, die bei einem Brand ebenfalls giftige Gase freisetzen würden.

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