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Biologisch abbaubare Schuhsolen? Das hat sich die 25-jährige Sarah Harbarth zur Aufgabe gemacht. (Video: Telebasel)
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Schuhsolen aus Bananenschale: Junge Baslerin gründet Startup

Sarah Harbarth ist gerade mal 24 Jahre alt, als sie ihr Startup "Kuori - waste turns material" gründet. Die Idee: Eine biologisch abbaubare Schuhsole.

600 Tonnen Mikroplastik gelangen jedes Jahr ungehindert in Schweizer Böden. Eine der Hauptverursacherinnen ist die Schuhsole. Denn mit jedem Schritt, den wir gehen, reiben wir Mikroplastik ab. So gelangen kleinste Partikel in die Umwelt und verschmutzen unsere Gewässer.

Eine zündende Idee

Die Industriedesignerin hatte während ihres Bachelorstudiums an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel die zündende Idee aus organischen Abfallprodukten nachhaltigen Kunststoff zu entwickeln. Sie widmete ihre Bachelorarbeit der Materialforschung und schaffte es, aus Faserverbunden wie Bananen- und Nussschalen einen biologischen Kunststoff zu entwickeln, der europaweite Aufmerksamkeit erregte. «Die Idee dazu lag in meinem eigenen Abfall», erklärt Sarah. «Ich hatte die Bananenschale entdeckt und mich gefragt, weshalb wir nicht den Mehrwert dieser Schale nutzen, da sie doch einen Drittel der ganzen Frucht darstellt.»

Das ganze habe mit Experimenten gestartet, sei dann in einer Bachelorthesis gemündet und jetzt durch das Startup zum Fliegen gekommen. Kuori war im letzten Jahr für mehrere Innovationspreise nominiert und durfte das Projekt erst kürzlich in Kopenhagen beim internationalen Creative Business Network vorstellen. 

Von der Schale zur Sole

Im neu gegründeten Startup «Kuori» forscht Sarah mit ihrem Team am Institut der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg Windisch. «Hier werden die Materialien zusammengesetzt und auf ihre Eigenschaften, wie die Elastizität, getestet», erklärt Chemiker Dr. Christian Goldhahn. Das Rezept sei natürlich geheim. «Es kommen nicht nur Bananen- und Nussschalen rein, so viel kann ich verraten. Es ist uns jedoch wichtig, dass alles biologisch abbaubar ist», so Christian Goldhahn. Zusammen mit einem Deutschen Schuhhersteller entwickelt das Team nun einen ersten Prototypen, der ende Jahr auf den Markt kommen soll. Zur Zeit wird noch an der perfekten Zusammensetzung des Materials gefeilt.

Die Bananen- und Nussschalen stammen aus der Migros

«Kuori» arbeitet mit der Initiative «Mehr als zwei» aus Zürich zusammen, die sich gegen Food Waste einsetzt. Sie sammeln die ganzen Bananen von Grossverteilern, wie zum Beispiel der Migros ein, die dem Food Waste zum Opfer fallen würden. Daraus werden Bier, Glace oder Bananenstängeli hergestellt. Die übrigen Schalen werden getrocknet und dann ans Institut in Brugg geliefert.

Crowd Funding

Sarahs Startup finanziert sich zur Zeit durch Stiftungsgelder der Basler Gebert Rüf Stiftung. Um die nächste Etappe zu erklimmen, reiche das allerdings nicht aus. «Jetzt geht es darum, InvestorInnen an Bord zu holen. Geplant ist ein Crowdfunding-Projekt auf der Plattform wemakeit.com, das im Herbst anläuft», so Sarah.

Die Portraitreihe «Point of View» wird jeweils am Freitag um 19:15 Uhr auf Telebasel ausgestrahlt. 

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