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Der Telebasel News-Beitrag vom 14. Juli 2022.
Basel

Rheingasse-Messerstecher zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt

Das Basler Strafgericht verurteilt einen Spanier (51) wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. Er soll einem anderen Mann in den Hals gestochen haben.

Die Stichverletzung im Hals hätte für den an der Rheingasse angegriffenen Mann böse enden können. «Der Tod hätte durchaus eintreten können, wenn es dümmer gelaufen wäre», sagte die Gerichtspräsidentin Sarah Cruz Wenger bei der Urteilseröffnung. Für das Opfer habe zwar keine Lebensgefahr bestanden. Dies, weil zufälligerweise ein Arzt vor Ort war, der sofort die Erstversorgung übernehmen konnte.

Für das Strafgericht steht daher fest, dass der Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung erfüllt sei. Der Angeklagte habe den Tod des Opfers entweder beabsichtigt oder zumindest in Kauf genommen. «Sie haben unvermittelt und ohne Vorwarnung das Messer gezückt und sind brutal vorgegangen», so Sarah Cruz Wenger zum Beschuldigten.

Passiert ist die Tat im September 2021 an der Rheingasse. Telebasel hat am 11. Juli den Prozessauftakt begleitet. Das Gericht verurteilt den 51-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Einen Teil davon hat der Messerstecher schon mit der Untersuchungshaft abgesessen. Für den Spanier, der keine Angehörigen in der Schweiz hat, folgt eine Landesverweisung von zehn Jahren.

Videoaufnahmen und Handydaten

Beim Prozess beteuerte der spanische Metallbauer seine Unschuld. Das Opfer hingegen war sich sicher, dass er es war, der ihn mit dem Messer angegriffen hatte. Somit musste sich das Gericht auf eine Reihe von Indizien stützen.

Eine Auswertung der Telefondaten ergab, dass sich der Spanier in der Nähe des Tatorts aufgehalten hat. Das Gericht konnte sich aber nur auf eine Zeugenaussage aus der Rheingasse stützen. Eine Frau sah das Opfer blutüberströmt zum Lokal 8Bar kommen. Weitere Zeugenaussagen gibt es nicht, obwohl die Rheingasse an jenem Abend nach 22 Uhr belebt war, das letzte Konzert auf dem Floss fand an jenem Abend auch statt.

Es fehlen auch DNA-Spuren. Wohl aber zeigt die Auswertung der Telefondaten, dass sich der Spanier beim Tatort aufgehalten hat. Er konnte kein Alibi nachweisen und machte unterschiedliche Angaben zu seinem Aufenthalt an jenem Abend. Zudem stützt sich das Gericht auf zwei Videos einer Überwachungskamera. Darauf sieht man einen Mann, der einem anderen folgt. Er ist aber nur sehr schwer erkennbar. Die RichterInnen schauten sich die Aufnahmen nochmals an und kamen zum Schluss, dass es sich um den Angeklagten handelt.

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