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Der Telebasel News-Beitrag vom 14. Juli 2022.
Basel

Der Mann mit den tausend dornigen Freunden

Rolli Stuber aus Basel hegt seit vielen Jahren eine Leidenschaft für Kakteen. In seinem Gewächshaus kultiviert er viele spezielle Arten.

Wie viele Kakteen es insgesamt sind, weiss er nicht genau. Es ist womöglich eine vierstellige Zahl in den beiden Gärten. Wohl aber weiss Rolli Stuber, welches sein ältester Kaktus im Gewächshaus ist. Er hat ihn 1982 vom mittlerweile verstorbenen Gärtner Hans Hägler erworben. Seither trägt die Pflanze auch dessen Namen. «Hans Hägler ist eine Ahnenpflanze von mir. Hier steht das Geburtsdatum und Sterbedatum darauf», sagt Rolli Stuber.

Coiffeurtermin mit Zahnbürste

Liebevoll kümmert er sich um die stacheligen und pelzigen Wesen. Für Letztere spielt er gar Coiffeur. Mit einer Zahnbürste kämmt er den Flaum. Das habe rein ästhetische Gründe, wie er erklärt. Schon als Bub packte Rolli Stuber die Leidenschaft für Kakteen. Während 17 Jahren amtete er als Präsident der Kakteenfreunde Basel. Regelmässig hält er Vorträge und gibt anderen Tipps zur Kultivierung dieser Pflanzen. Der gelernte Krankenpfleger hat aber generell ein Faible für die Flora und Fauna.

Er unternahm etwa Exkursionen in die USA, Mexiko und in die Anden, um seltene Kakteenarten aufzuspüren. «In den furchtbarsten Täler, wo niemand hinfahren würde, suchten wir nach Kakteen, haben aber keinen einzigen Kaktus mitgenommen. Das sollte man nicht machen, das ist verboten. Man kann hier genug Samen kaufen», sagt Rolli Stuber.

Die Erschaffung einer Kaktus-Chimäre

Er empfiehlt auch, die Trockengebietsbewohner nicht zu überwässern. Diesen Fehler habe er als blutiger Anfänger einst gemacht, der Kaktus ertrank. Er empfiehlt, nur selten zu giessen, dann aber richtig. Und dann wieder gut zwei Wochen zu warten.

Generell brauche es bei diesem Hobby eines: viel Geduld. Diese scheinen aber nicht alle Kakteenbesitzer zu haben. Immer wieder landen «Findelkinder» vor Rolli Stubers Haustür. Wenn etwa jemand seinen Kaktus loswerden will. Diese Entsorgung sei oft ein Ärgernis, manchmal aber auch erfreulich. Dann etwa, wenn überraschenderweise spezielle Exemplare bei ihm landen.

Rolli Stuber sammelt und kultiviert aber nicht nur Bestehendes, sondern experimentiert auch. So ist es möglich, eine Spezies auf eine andere zu pfropfen. Das ergibt dann lustige Chimären. Ein Beispiel: Rolli Stuber nimmt den Trieb eines Weihnachtskaktus. Dann kommt eine andere Art ins Spiel, die zur Familie der Königin der Nacht gehört. Deren Stiel wird eingeschnitten und der Trieb dort eingeklemmt. Ein Dorn einer stacheligen Kaktusart fixiert diesen Hybriden, bis sie zusammenwachsen.

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