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Der Telebasel News Beitrag vom 2. Juli 2022.
Basel

Das Abwasser zeigt: Die Dunkelziffer ist gross

Lange korrelierten die Corona-Ansteckungszahlen mit den Messungen im Abwasser. Doch nun schiessen die Werte im Kantonslabor in die Höhe.

Täglich werden in der Kläranlage der ProRheno in Kleinhüningen Abwasserproben entnommen. Am Burgfelderplatz werden diese dann zwei Mal in der Woche analysiert, zum Beispiel von der Leiterin des Biosicherheitslabors, Claudia Bagutti. Bevor die Proben getestet werden können, müssen sie mit Hilfe einer Zentrifuge gereinigt werden. Zweck des Ganzen: «Wir wollen einerseits die Virenlast im Abwasser quantifizieren, andererseits werden die Virus-Varianten sequenziert, das wird allerdings nicht von uns gemacht, sondern von der ETH», so Bagutti.

Die Ergebnisse der Abwassertests stimmten lange mit den Ansteckungszahlen aus den Testcentern überein. Doch seit Juni driften sie immer mehr auseinander. «Das Abwassersignal geht eindeutig rauf, während die Covid-Fälle mehr oder weniger stabil sind», sagt Bagutti und erklärt, dass das daran liegt, das aktuell wenig getestet wird: «Das Abwasser ist natürlich ein Indikator, der komplett unabhängig ist vom Testverhalten und Testregime», so Claudia Bagutti.

Frühwarnsystem

Die Tests des Abwassers dienen als eine Art Frühwarnsystem. Müssen wir uns jetzt wieder auf breites Testen einstellen? «Es ist eindeutig, dass es wieder mehr Ansteckungen in der Bevölkerung gibt. Aber dass man jetzt daraus Massnahmen ableiten kann, glauben wir nicht», sagt Claudia Bagutti.

Kantonslabor, Unispital und der Kantonsarzt treffen sich wöchentlich, um die Ergebnisse zu besprechen. Die Frage nach schärferen Massnahmen ist aber am Ende eine politische.

4 Kommentare

  1. Hätte erwähnen sollen, dass der Patien, welcher entlassen wurde, Risikopatient ist, mit diversen Vorerkrankungen.
    Ansonsten gibt es kein Problem. YpReport

  2. Wieso soll das bitte nicht gehen. Oft ist jemand schon ansteckend, bevor sich Symptome entwickeln. Das trifft auf Patienten wie auf Personal zu. Jemanden aus dem Spital entlassen, hat ja nur noch bedingt mit Covid zu tun. Ein Covid Test braucht nunmal seine Zeit, bis er ausgewertet ist. Wenn man heute Nachmittag testet, ist bis morgen mit dem Resultat zu rechnen. Wo genau ist Ihr Problem?Report

  3. Die Dunkelziffer ist hoch ja, nur frage ich mich wie es denn sein kann, dass man sich in einem unispital mit corona anstecken kann, obwohl bei einen notfalleintritt auf covid getestet wird.
    Es werden sogar Patienten entlassen, die im selben zimmer mit einem covidpatienten lagen, vorher jedoch covid negativ waren und dann einen tag nach entlassung vom bag ein sms bekommen, dass sie nun covid positiv seien.
    Was soll das denn bitte?
    YPReport

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