Das Bundesgericht entscheidet darüber, ob das Gebäude an der Reservoirstrasse 240 auf dem Basler Bruderholz unter Denkmalschutz stehen darf. (Bild: Telebasel)
Basel

Regierung stellt La Torre-Besitzer ein Ultimatum

Die Basler Regierung verpflichtet Eigentümer des ehemaligen Restaurants La Torre zum Erhalt des Gebäudes. Ihm drohen Kosten von rund 50'000 Franken.

Die Basler Regierung hat im Streit um das historische Gebäude des ehemaligen Restaurants «La Torre» auf dem Basler Bruderholz Massnahmen zur Erhalt der Bausubstanz angeordnet. Lässt der Eigentümer eine letzte Frist verstreichen, wird der Kanton die Massnahmen in Höhe von rund 50’000 Franken eigenhändig umsetzen.

Die Regierung habe das das Bau- und Verkehrsdepartement beauftragt, die Bausubstanz des Gebäudes an der Reservoirstrasse 240 zu sichern und dessen ästhetische Erscheinung zu verbessern, teilte sie am Donnerstag mit. Der Eigentümer muss nun innert 30 Tagen dem Kanton mitteilen, ob er seiner Pflicht nachkommt. Danach kann der Kanton die angeordneten Massnahmen eigenständig umsetzen. Die Kosten belaufen sich gemäss Offerten auf rund 50’000 Franken.

Der Eigentümer habe bisher keine Massnahmen zum Unterhalt der Liegenschaft ergriffen und der Zustand des Hauses verschlechtere sich weiterhin, heisst es im Communiqué.

Langer Streit

Der Kanton und der Liegenschaftsbesitzer streiten sich seit rund zwei Jahren über die Zukunft des ehemaligen Ausflugsrestaurants beim Wasserturm, das inzwischen versprayt und heruntergekommen ist. Der Eigentümer will das Gebäude abreissen und durch neue Wohnungen ersetzen lassen.

Das Quartier wehrte sich erfolgreich mit einer Petition dagegen. Im November 2020 stellte die Basler Regierung das Äussere des Gebäudes und den Garten unter Denkmalschutz.

Dies unter anderem mit der Begründung, dass das Gebäude «ein Zeugnis der Basler Sozial- und Kulturgeschichte und im Ensemble mit dem Wasserturm und der historischen Grünanlage auf dem Bruderholz städtebaulich wertvoll» sei. Die Liegenschaft war 1925/1926 von den Basler Architekten Rudolf Suter und Otto Burckhardt gebaut worden.

Der Eigentümer reichte daraufhin beim Verwaltungsgericht Rekurs gegen den Regierungsentscheid ein. Das Gericht wies die Beschwerde letzten November jedoch ab. Nun muss das Bundesgericht über den Fall entscheiden, das das Gesuch des Eigentümers um aufschiebende Wirkung im April ablehnte. Über die Sache selber hat das Bundesgericht noch nicht entschieden. Die Basler Denkmalpflege forderte den Eigentümer im Januar erfolglos zu Instandstellungsarbeiten auf.

2 Kommentare

  1. Es ist eine Schande, da kauft jemand ein Haus fuehrt es als Restaurant, und entscheidet sich ein paar Jahre spaeter, darin Wohnungen zu machen.Zur Zeit des Kaufes stand das Haus nicht unter Denkmalschutz, doch als das Vorhaben bekannt wird greift Basel ein und stellt es unter Denkmalschutz, seither laesst es der Besitzzer versammeln, warum, man nimmt ihm ungefragt seinen Besitz weg und das ist nun die traurige Bilanz, eine Schande, fuer Basel.Report

  2. Ist ja wieder normal, im edlen Bruderholz ist die Stadtregierung gleich beifuss. Wenn die Stadtregierung auch so im Kleinbasel schauen würde……..Report

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