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Der Telebasel News-Beitrag vom 28. Juni 2022.
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Personalisierte FCB-Tickets bleiben umstritten

Kein Einlass für Gästefans an Heimspielen des FCB, wenn sie sich nicht ausweisen – die Baselbieter Regierung spricht sich für eine umstrittene Idee aus.

Die Baselbieter Regierung beantwortete letzte Woche Werner Hotz› Interpellation und sprach sich für einen Beitritt zum Hooligan-Konkordat und für personalisierte Tickets aus. Wir haben mit dem Interpellanten und einer Kritikerin des Vorhabens gesprochen.

Pro: Werner Hotz (Landrat, EVP BL)

Herr Hotz was wollten Sie von der Regierung erfahren?

Meine Grundfrage war eigentlich: Die einen sagen, die Situation sei ganz schlimm, die andern finden das überhaupt nicht. Ich wollte Zahlen und Fakten haben, wie es in den vergangenen Jahren war, und die haben wir jetzt. Jetzt müssen wir herausfinden, was wir damit anfangen. Wie können wir Gewalt in Zukunft besser verhindern?

Die Regierung möchte dem Hooligan-Konkordat beitreten und verspricht sich auch einiges von personalisierten Tickets. Wo sehen sie die Lösung?

Ich denke, ein personalisiertes Ticket im Gästesektor ist der nächste Schritt ist.

Was würde das aus Ihrer Sicht bringen?

Es ist sicher so, dass gewaltbereite Menschen gerne anonym sind, das zeigt ja auch die Vermummung jeweils. Ich finde, wer Gewalt ausübt, muss auch dazu stehen und soll verurteilt werden können, wenn es sich um eine Straftat handelt. In dem Sinne wäre das ein hilfreicher Schritt in die Richtung.

Contra: Tania Cucè (Landrätin SP, BL)

Frau Cucè, nach dem klaren Zeichen der Regierung, wie geht es aus ihrer Sicht nun weiter?

Wir müssen im Landrat entscheiden, ob wir dem Hooligan-Konkordat beitreten wollen, um die Grundlage für personalisierte Tickets zu schaffen. Meiner Meinung nach ist das aber kein guter Vorschlag und wir müssen dagegen halten. Es wären sehr viele Menschen betroffen, die friedlich an einen Fussballmatch gehen wollen und nichts mit Gewalt am Hut haben.

Warum halten Sie nichts von den personalisierten Tickets? Wer nichts tut, hat ja nichts zu befürchten…

Es wird aber auch nichts besser dadurch. Die Gewaltszene ist da, und sie wird es weiter geben. Es wird sich einfach vor das Stadion verschieben. In Zügen und anderen Städten ist Gewalt heute schon präsent und das löst man nicht, indem man Fans vom Stadion fern hält.

Glauben Sie, dass es nichts bringen würde oder dass es den gegenteiligen Effekt hätte?

Ich glaube, es könnte den gegenteiligen Effekt haben. Diese Fans werden sich logischerweise sehr betupft fühlen, und das kann meiner Einschätzung nach zu mehr Gewalt führen. Auch gegenüber der Polizei, weil man sich wehren will.

4 Kommentare

  1. Wie schöm, dass es wirklich Leute gibt die denken, dass mit solche Massnahmen alles besser wird. Ein vermummter bleibt ein vermummter, ob man weiss, dass er im Stadion ist oder nicht…Report

  2. Richtig.bin absolut der gleichen meinung wie rebherr. Wer anstand hat kauft auch personalisierte tickets. Wer das nicht will schaut am tv personalisiert. Auch bei einem sport abo musss man daten angeben.Report

  3. Personalisierte Tickets, strengeres Durchgreifen der Polizei, Straftaten werden dem Arbeitgeber gemeldet und rigoros bestraft. Vielleicht hilft auch eine Art Pranger, indem Straftäter namentlich in grossen und regionalen Zeitungen erwähnt werden.Report

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