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Der Telebasel News-Beitrag vom 28. Juni 2022.
Basel

Ukrainerinnen singen für den guten Zweck

In der offenen Kirche Elisabethen findet ein Benefizkonzert zu Gunsten der Ukraine statt. Neben dem Konzert, werden auch ukrainische Köstlichkeiten aufgetischt.

Ausdrucksstark, viele Emotionen und noch mehr Liebe: So umschreibt die Basler Sängerin Katharina Schmidt die ukrainische Musik. «Es geht in den ukrainischen Liedern wirklich sehr, sehr oft um die Liebe. Ich würde sagen, dass Ukrainer allgemein ein sehr starkes Emotionsgut in sich tragen,» so die Sängerin.

Die Idee zum Benefizkonzert kam den beiden Frauen, als sie am Badischen Bahnhof geflüchtete Ukrainer und Ukrainerinnen empfingen. Von den Schicksalen mitgenommen, entschieden sie etwas zu unternehmen und zu helfen. Nachdem sie bereits ein Konzert in Ettingen spielten, folgt nun das Benefizkonzert in der offenen Kirche Elisabethen.

Schöne Emotionen leben, kulturelles Gut teilen

Obwohl die Situation in der Ukraine alles andere als einfach ist, wollen die beiden Frauen mit dem Kulturabend etwas Leichtigkeit in den Alltag der Menschen bringen. «Der Krieg ist nicht alles, was die Ukraine ausmacht und das muss man hier auch zeigen. Wir wollen den Geflüchteten zeigen, dass man hier die schönen Emotionen leben und das kulturelle Gut miteinander teilen kann,» so Schmidt.

Ihre Kollegin Halena Simon stimmt ihr zu und ergänzt. «Es gibt ein ukrainisches Sprichwort. Was machen Ukrainer wenn sie traurig sind? Sie weinen. Was machen sie, wenn es ihnen noch schlechter geht? Sie singen. Und wenn es ihnen am schlechtesten geht, dann singen sie.»

Die beiden Sängerinnen möchten den Zuschauerinnen und Zuschauer den Reichtum ihrer Kultur näher bringen. Deswegen werden neben ukrainischen Liedern, auch heimische Köstlichkeiten serviert. «Es werden ausserdem Gedichte vorgetragen,» sagt Schmidt im Telebasel-Interview.

«Das Helle überwindet das Dunkle»

Die beiden Frauen haben seit Kriegsbeginn schon vielen Menschen geholfen. «Wir sind mit einer Organisation an die ukrainische Grenze gefahren und haben ukrainische Geflüchtete in die Schweiz gebracht,» sagt Simon. Sie muss heute noch ständig daran denken, dass diese Menschen gegen ihren Willen das Land verlassen mussten. «Diese Unsicherheit und Ängste in ihren Augen zu sehen, tat weh und das werde ich nie wieder vergessen.»

Deswegen packt sie auch jetzt noch an, wo es nur geht. «Wenn sie eine Wohnung bekommen und beispielsweise Geschirr, einen Schirm oder sonstige Hilfe brauchen, dann helfe ich. Es war nicht ihre Entscheidung zu gehen und diese Situation ist keine einfache,» so die Sängerin.

Trotzdem versucht sie positiv zu bleiben. Dass es ihr nicht zu viel wird, sei eine Einstellungssache, sagt Simon. «Ich behaupte jetzt, dass das Helle unbedingt das Dunkle überwinden kann, soll und wird. Vielleicht ist unser Programm deswegen so, wie es ist. Es hat seine dunkle Seiten, aber das Helle, das Lebensbejahende, je mehr man von innen heraus leuchtet, desto mehr kann man auch andere Menschen damit anstecken.»

Das Benefizkonzert findet am Dienstag, 28. Juni 2022 statt. Beginn ist um 19:30 Uhr. 

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