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Der Telebasel News-Beitrag vom 27. Juni 2022.
Basel

Nächtliches Brunnenbaden verärgert Anwohner

Laute, nackte und betrunkene Badende im Brunnen halten ein Quartier wach. Jetzt wehrt sich die Nachbarschaft gegen die Störefriede.

Ein erfrischendes Brunnen-Bad nach einem langen heissen Tag kann nicht nur neue Lebensgeister wecken sondern auch die Nachbarschaft. Am vergangenen Donnerstag wurde Isabelle Guggenheim wieder einmal um 1:09 Uhr von einer Gruppe badender Jugendlichen aus dem Schlaf gerissen. Wie viele dieser Lärmexzesse dokumentiert sie auch diesen tagebuchartig in den sozialen Medien:

Keine unbekannte Szene für die Anwohner des Schöneck-Brunnens im St. Alban-Quartier. Von pöbelnden nackten Paaren zu Pool-Parties morgens um 4 Uhr haben sie schon alles erlebt. Dokumentiert hat Guggenheim das Ganze nicht, um die Badenden an den Pranger zu stellen, sondern «um den Behörden zu zeigen, dass es wirklich ein Problem ist», so Guggenheim.

Nachtbadeverbot

Das Problem wurde so schlimm, dass Isabelle Guggenheim letzten Donnerstag ein Mail an die IWB schrieb, wo sie ein Nachtbadeverbot von 23.00 – 6.00 Uhr forderte. Die IWB, welche für den Unterhalt der Brunnen zuständig ist, schreibt: «Wir haben erneut den Kontakt zum Eigentümer der Brunnen, zum Kanton Basel-Stadt aufgenommen und suchen gemeinsam nach Möglichkeiten, die Situation zu verbessern. Wir werden dabei auch das von Ihnen vorgeschlagene Nachtbadeverbot und entsprechende Durchsetzungsmöglichkeiten ansprechen», so IWB-Sprecher Erik Rummer.

Toprak Yerguz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) kommentiert die Idee auf Anfrage: «Der Gesetzgeber hat nur wenige Regeln für die Nutzung der Brunnen definiert. Falls das heute grundsätzlich erlaubte Baden in den Brunnen eingeschränkt werden soll, wird dies auf dem üblichen Weg der Gesetzgebung erfolgen. Nicht erlaubt ist hingegen gemäss Übertretungsstrafgesetz die Nachruhestörung ab 23 Uhr»

Die Nachbarschaft wurde mittlerweile selber aktiv und deckt den Brunnen seit Samstag jeweils Nachts ab. Dass das zum Dauerzustand wird, will Guggenheim aber auch nicht, viel lieber hätte sie ein Schild, dass auf die Nachtruhe aufmerksam macht: «Die Idee mit der Folie ist darauf aufmerksam zu machen und Soforthilfe zu leisten und das hat funktioniert. Jetzt wollen wir schauen wie die Behörden reagieren», so Guggenheim. Das JSD sagt zur Folie: «Die Brunnen stehen auf der Allmend. Das Abdecken eines Brunnens durch Privatpersonen ist somit nicht zulässig.»

3 Kommentare

  1. Heute Nacht wurde ein Anwohner angegriffen. Es gibt Menschen, die nicht mal vor Gewalt zurückschrecken, um die Anwohnenden mundtot zu machen. Die Strafanzeige zeigt aber: Wir lassen uns nicht einschüchtern.Report

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