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Der Telebasel News-Beitrag vom 28. Juni 2022.
Baselland

Aus vier Baselbieter Feuerwehren wird eine

Rechtzeitig dort, wo's brennt – das wird den Milizfeuerwehren immer schwerer fallen. Das Birstal überarbeitet darum sein gesamtes Milizsystem.

Am Dienstag stellte die Organisationsgruppe des Projekts K2 in Duggingen ihre Pläne vor. Die zuständigen Gemeinderäte haben gemeinsam mit den Kommandanten aus den Feuerwehren Arlesheim, Duggingen, Klus (Aesch, Pfeffingen & Grellingen) und Reinach das Projekt K2 geplant. Aus vier Feuerwehren soll eine werden, so soll das Milizsystem aufrechterhalten und die Sicherheit im Birstal weiterhin sichergestellt werden.

Fusionieren um schneller zu sein

Eine Milizfeuerwehr im Kanton Baselland muss schnell sein. Bei einem Einsatz, müssen innert 10 Minuten acht Mitglieder der Feuerwehr am Einsatzort bereitstehen. Das beinhaltet die Anreise zum Magazin, Umziehen, Ausrücken und Ankommen.

Dieses Ziel wird immer schwerer zu erreichen. Schlussendlich zieht es für die Arbeit immer mehr aus dem Dorf. Das gefährdet die Einsatzbereitschaft der Milizfeuerwehren, besonders am Tag.

Aus diesem Grund fusionieren die Feuerwehren Arlesheim, Duggingen, Klus und Reinach. Rund sechs Gmeinden werden von diesen Feuerwehren betreut. Insgesamt ist das ein Gebiet, das rund 45’000 Einwohner zählt.

Die Fusion soll ein Tagesmiliz-System ermöglichen. Künftig sollen jeweils einzelne Gruppen aus den Feuerwehren während eines Wochentags im Feuerwehrmagazin sein. Dieses System nennt sich Tagesmiliz.

Tagesmiliz als Co-Working Space

Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr sind somit rund um die Uhr Einsatzbereit und halten sich in einem der vier Feuerwehrmagazinen auf. Während dieser Tagesmiliz werden Geräte unterhalten, normale Übungen durchgeführt oder Arbeiten im Home-Office Modus.

Die Projektplaner gehen davon aus, dass der grösste Teil der Feuerwehrmitglieder ein flexibles Arbeitsmodell, Schichtzeiten oder kein volles Pensum haben. «Diese Leute können wir in der Tagesmiliz einsetzen. Sie arbeiten also in einem Co-Working Space bei uns in den Magazinen verteilt, sie absolvieren aber durch den Tag bei uns auch ihren Ausbildungen, sie stehen somit der Feuerwehr am Tag zur Verfügung – als schnelles und rasches Einsatzelement», erklärt Projektleiter Andreas Gerber.

Idee kam aus Eigeninitiative

Die Fusion entstand aus einer Zusammenarbeit der Gemeinden mit den Feuerwehren. Das Projekt ist Resultat einer Eigeninitative aus dem Birstal. Die zuständigen Gemeinderäte aus den sechs Gemeinden Aesch, Arlesheim, Duggingen, Grellingen, Pfeffingen und Reinach arbeiteten mit den jeweiligen Kommandanten zusammen.

Inzwischen kam ein Projektsteuerungsteam zusammen. Darin vertreten sind einzelne Gemeindevertreter und ein Vertreter des Feuerwehrrats. Die Gebäudeversicherung arbeitet am Projekt beratend mit.

Die Leitung übernimmt Andreas Gerber, der Dugginger Feuerwehrkommandant Daniel Walliser ist dessen Stellvertretung und Daniel Goepfert, der seit über dreissig Jahren Feuerwehrmitglied ist, begleitet das Projekt.

Bis 2023 soll das Projekt bis ins Detail geplant sein und seine Bewilligung erhalten. In den Folgejahren 2024 und 2025 will das Birstal die Pläne realisieren und etappenmässig umsetzen.

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