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Der Telebasel News-Beitrag vom 27. Juni 2022.
Basel

Mann ermöglicht mit gefälschten Dokumenten über 120 Personen Kredite

Wegen gewerbsmässigem Betrug und mehrfacher Urkundenfälschung muss sich ein Mann seit heute vor dem Basler Strafgericht verantworten.

Der 50-jährige Schweizer mit serbischen Wurzeln soll Menschen mit gefälschten Dokumenten zu Krediten verholfen haben. Es ist einer der aufwändigsten Fälle der letzten Jahre.

Um was geht es konkret?

Der Beschuldigte hat mehrere Jahre als Kreditvermittler gearbeitet – teils eigeständig, teils bei Kreditvermittlungs-Firmen. Circa im Jahr 2011 hat er damit angefangen, gefälschte Lohn- und Bankbelege an Privatpersonen auszustellen.

Die Kunden des Beschuldigten waren oft arbeitslos oder hoch verschuldet. Ohne die gefälschten Unterlagen wären sie nicht an einen Kredit gekommen. Insgesamt sind vor Gericht über 120 gefälschte Kreditanträge angeklagt worden. Ausbezahlt wurden dabei mehr als drei Millionen Franken.

Wie konnte er die Unterlagen fälschen?

Der Beschuldigte hat sich über die Jahre ein grosses Netzwerk aufgebaut. Die gefälschten Lohnabrechnungen hat er selbst hergestellt oder andere Firmen damit beauftragt.

Der Angeklagte gab zu, dass sein Bruder die gefälschten Kontoauszüge in Bosnien herstellt. Für die vermittelten Kreditnehmer hat der Beschuldigte dann jeweils eine Provision erhalten.

Wie ist das Ganze aufgeflogen?

Aufgefallen ist es 2017. Dort sind gerade zwei Banken auf mehrere gefälschten Unterlagen aufmerksam geworden. Die haben sich dann bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Wie viel Geld der Beschuldigte über die Jahre gemacht hat, wurde nicht herausgefunden.

Was hat man heute im Gericht genau angeschaut?

Im Prozess involviert waren duzende Personen. Heute wurden mehrere Einzelfälle besprochen. An einige konnte sich der Beschuldigte nicht mehr erinnern. Bei einigen Punkten war der Beschuldigte mit den Vorwürfen nicht einverstanden. Die meisten Straftaten hat der Beschuldigte allerdings zugegeben. Der Angeklagte hat heute öfters betont, dass es nirgendwo so einfach ist an Kredite zu kommen wie in der Schweiz.

Am Montag Nachmittag wurde das Beweisverfahren geschlossen. Das Urteil fällt am Donnerstag.

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