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Der Telebasel-News Beitrag vom 27. Juni 2022.
Basel

Geplante Sanierung der Musikakademie – ein Neubau auf Stelzen

Die Musikakademie steht vor umfassenden Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten. Am Montag ist das Resultat eines Studienauftrags vorgestellt worden.

Entworfen wurde dieser Neubau, der mit seinen 28 Metern alle Altbauten auf dem Campus überragen wird, vom jungen Basler Team Architecture Club mit Karolina Slawecka und Pawel Krzeminski. Das Team hat renommierte Mitbewerber wie Diener & Diener oder Christ & Gantenbein im selektiven Studienauftrag auf die Plätze verwiesen.

An der Medienpräsentation gaben sich alle Verantwortlichen vollauf überzeugt vom Vorschlag. Akademie-Direktor Stephan Schmidt freute sich, in der heiklen Umgebung so viel neuen Raum gewinnen zu können. Jurypräsident Pierre de Meuron zeigte sich unter anderem sehr angetan vom neuen Gartenfoyer, das unter dem Neubau entstehen wird.

Und sogar der Basler Denkmalpfleger Daniel Schneller stellte sich voll und ganz hinter den markanten Monolith inmitten eines von historischen Bauten dominierten Areal.

Als Überzeugend wurde die Tatsache herausgehoben, dass der Bebauungsvorschlag Vieles auf dem diffizilen Areal mitten in den Basler Innenstadt so belässt, wie es ist. So bleibt der als idyllisch empfundene Südhof an der Leonhardsstrasse zumindest äusserlich unberührt. Ganz anders der Nordhof: Dort wird sich über der heutigen Bibliothek im Sous-sol auf Stellen eben der Neubau mit seinem markanten Dach erheben.

Inhaltliches Herzstück dieses Neubaus wird die Salle Modulable sein. Akademiedirektor Schmidt sprach von einem dringenden infrastrukturellen Bedürfnis, das sich aus der Entwicklung des zeitgenössischen Musikschaffens hin zur elektronischen Musik und experimentellen Formen des Musikschaffens heraus ergeben habe.

Zusätzlich zum Neubau haben die Architekten eine neue deutliche Öffnung des Areals zum Leonhardsgraben vorgesehen. Dieses soll mit zwei Durchbrüchen durch einen Bau aus den 1940er-Jahren durchgesetzt werden, der zudem eine neue Glasfassade erhalten soll.

Investitionen von 40 bis 50 Millionen

Als nächstes stehen Konkretisierungsarbeiten an für das Gesamtprojekt, das sich «Campus 2040» nennt und damit eine ungefähre Vorstellung des Zeitrahmens seiner Entstehung absteckt. Die Verantwortlichen rechnen mitsamt den Sanierungen vieler Räumlichkeiten der Schola Cantorum Basiliensis mit einem Investitionsvolumen von 40 bis 50 Millionen Franken.

Ein «substanzieller Teil» dieses Betrags wird von der Basler Mäzenin Sabine Duschmalé aus der Roche-Erbenfamilie Oeri-Hoffmann getragen werden, wurde gesagt.

Damit wird ein neues Kapitel einer langen und ergiebigen Mäzenatinnen- und Mäzenaten-Tradition geschrieben. Duschmalés Stiefgrossvater Paul Sacher hatte unter anderem die weltberühmte Schola Cantorum gegründet. Die Bibliothek trägt den Namen ihrer Mutter Vera Oeri und der 2014 eröffnete Jazz Campus der Musik-Akademie wurde von ihrer Schwester Beatrice Oeri gestiftet.

1 Kommentar

  1. Grauenhaft, lasst die musikakademie in ruhe. Diese viereckige bauten sind hässlich. Alle sehen gleich aus. Die akademie passt zu klassischer musik. Unsere kultur, geschichte und vergangenheit wird schrittweise zerstört.Report

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