Federer und Basel bald weg? Die Veranstalter der Swiss Indoors stellen den Austragungsort infrage. (Bild: Keystone)
Schweiz

Swiss Indoors bald nicht mehr in Basel?

Es klingt fast unvorstellbar, könnte aber bald Realität werden: Die Organisatoren der Swiss Indoors prüfen einen neuen Standort für das Tennisturnier.

Für Basel wäre es der Verlust einer der grössten Anlässe mit viel Prominenz und Tradition. Doch der Veranstalter der Swiss Indoors sieht sich nach Alternativen um. Wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet, hat es Gespräche zwischen Turniergründer und -direktor Roger Brennwald und den ZSC Lions gegeben. Der Zürcher Eishockeyclub bezieht im Oktober die nigelnagelneue Swiss-Life-Arena in Altstetten ZH. ZSC-CEO Zahner bestätigt, dass es erste Gespräche «rein informeller Natur» gegeben hat. Doch wird daraus bald mehr?

Swiss-Indoors-Direktor Brennwald sagt gegenüber der NZZ: «Früher operierten wir mit Fünfjahresplänen, heute leben wir von Jahr zu Jahr. Es ist richtig, dass wir die Standortfrage überdenken.» Doch noch sei es zu früh, um darüber etwas zu sagen. Weil Zürich und Sport-Events nicht immer eine ideale Kombination sind, prüfe Brennwald auch Bern und Genf als Austragungsorte, heisst es weiter.

Federer, Alcaraz und Co. im Oktober in Basel

Brennwald und sein Team arbeiten momentan mit Hochdruck an der Ausgabe des Tennis-Leckerbissens im kommenden Oktober. Es ist die erste Austragung der Swiss Indoors nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause. Vom 22. bis 30. Oktober kehrt das Turnier in die Basler St. Jakobshalle zurück. Roger Federer hat seine Teilnahme angekündigt. Und auch andere Tenniscracks wie der spanische Shootingstar Carlos Alcaraz werden in Basel zu sehen sein.

Brennwald unzufrieden – Kanton beschwichtigt

Für Federer könnte es die letzte Teilnahme an den Swiss Indoors sein. Der Maestro steuert auf sein Karriereende zu. Das dürfte auch auf das Turnier Auswirkungen haben. Dazu kommt ein belastetes Verhältnis zwischen den Turnier-Organisatoren und dem Kanton Basel-Stadt. Roger Brennwald ist mit den Rahmenbedingungen in der St. Jakobshalle unzufrieden. Die Miete ist hoch, der kürzlich vollzogene Umbau und weitere Kosten belasten laut NZZ das Budget des Turniers zusätzlich.

Der Kanton Basel-Stadt betont im Zeitungsbericht, dass die Swiss Indoors für die Region «sehr wichtig» sind. «Wir unterstützen das Turnier als Kanton unter anderem mit vorteilhaften Mietkonditionen und mit einem vom Grossen Rat beschlossenen Marketing-Engagement», so Simon Thiriet, Sprecher des Erziehungsdepartements. Überlegungen über einen anderen Austragungsort habe es immer wieder gegeben. «Wir befinden uns in regelmässigem Austausch mit Herrn Brennwald und seinem Team», so Thiriet weiter.

Trotz Misstönen und ersten Gesprächen mit Zürich wäre ein Wegzug der Swiss Indoors aus Basel eine grosse Überraschung. Die NZZ vermutet, dass Brennwald mit der Prüfung anderer Austragungsorte in erster Linie versucht, den Druck auf den Kanton Basel-Stadt zu erhöhen und sich eine bessere Verhandlungsposition zu schaffen.

1 Kommentar

  1. Hätte man der Joggelihalle den Namen z.B. Roger Federer Halle gegeben, währe das kein Thema. Leider hatt es wahrscheinlich zuviel Neider. Es währe eine wunderbare Möglichkeit gewesen, auf Lebzeiten den Namen in die Welt hinaus zu tragen. Basel tickt einmal mehr anders, schade.Report

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