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Manuel Battegay im Telebasel Talk. (Video: Telebasel)
Basel

«Mit dem zweiten Booster kann man warten, aber…»

Sollte man mit dem zweiten Booster noch warten? Braucht es ihn überhaupt? Infektiologe Manuel Battegay liefert Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die Corona-Fallzahlen in der Schweiz steigen wieder. Letzten Dienstag meldete das BAG 24’704 neue Corona-Fälle. Aktuell liegt der 7-Tage-Schnitt bei 3336, ein Anstieg von 56 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Und auch die Maskenpflicht wird wieder Thema. Der Ärzteverband FMH legt dem Personal und allen PatientInnen nahe, wieder Masken zu tragen. Das Unispital Basel hat bereits die Pflicht, dass überall dort, wo es Patientenkontakt gibt, eine Maske getragen werden muss. Denn auch in den Spitälern steigt die Zahl der PatientInnen, die wegen einer Corona-Infektion behandelt werden müssen.

«Hälfte wegen Covid-19 im Spital»

Manuel Battegay ist Chefarzt des Universitätsspital Basel in den Bereichen Infektiologie und Spitalhygiene. Er gehört zu den national führenden Experten im Bereich der Infektionskrankheiten und war 2020 und 2021 in leitenden Funktionen in der Covid-Task-Force des Bundes tätig. Dass die Sommer-Welle anrollt, bekomme er deutlich zu spüren: «Im Spital merken wir, dass die Patientenzahlen wieder ansteigen. Die Hälfte ist wegen Covid-19 im Spital», so der Infektiologe im Telebasel Talk. Auf der Intensivstation seien aber nur wenige Corona-PatientInnen. Die Belastung sei im Vergleich zu vorherigen Wellen jedoch «moderat», so Battegay. Noch – denn die Ansteckungskurve zeigt jedoch seit Wochen nach oben.

Ein Blick auf den 7-Tage-Schnitt der beiden Basel (BS: 104, BL: 122.3) zeigt aber, dass die Zahl der täglichen Infektionen im Vergleich zu stärkeren Wellen noch immer sehr niedrig ist. Handlungsbedarf bestehe trotzdem, sagt Manuel Battegay. «Anhand der aktuellen Situation in Portugal müssen wir annehmen, dass doch einige Menschen in Spitalbehandlung gehen werden müssen.» Die Impfung helfe zwar weniger gut gegen eine Infektion, schützt hingegen sehr gut gegen einen schweren Verlauf.

Braucht es den zweiten Booster?

Die Frage nach dem Sinn eines zweiten Boosters, sei schwieriger zu beantworten, so der Chefarzt. Bei unter 60-Jährigen sei der Effekt gegen schwere Verläufe eher «grenzwertig» – diese Personengruppe habe aber ohnehin selten einen schweren Krankheitsverlauf. Anders sehe es bei älteren Personen aus: «Wer gegen die 80 Jahre alt ist und vielleicht sogar noch Risikopatient ist, bei dem nimmt das relative Risiko um 70 Prozent ab», erklärt der Chefarzt.

Wer also älter und Risikopatient ist, sei mit dem zweiten Booster «auf der sicheren Seite», bis der adaptierte Impfstoff da ist. Wer hingegen keine Risikofaktoren hat und jünger als 60 Jahre alt ist, der könne hingegen noch warten. Gleich Null sei das Risiko aber nie. «Ich empfehle meinen Bekannten und den Mitarbeitenden im Spital den zweiten Booster», hält Manuel Battegay fest. Dies dann, wenn die Leute älter sind oder ein erhöhtes Risiko haben.

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