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Basel

Welche Themen bereiten der Basler Jugend Sorgen?

Der Kanton Basel-Stadt büsst gemäss einer Befragung bei der Jugendfreundlichkeit ein. Am meisten Sorgen bereiten den Jugendlichen Schule und Ausbildung.

Der Kanton Basel-Stadt hat bei der Jugendfreundlichkeit an Attraktivität verloren. Ergeben hat dies die vierte Jugendbefragung im Stadtkanton, deren Ergebnisse das Präsidialdepartement am Freitag veröffentlichte. Befragt hatte das Statistische Amt vergangenen September rund 850 junge Menschen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Der Anteil der Jugendlichen, die Basel-Stadt als «sehr» oder «eher jugendfreundlich» empfinden, nimmt gegenüber der letzten Befragung vor vier Jahren von 90 Prozent auf 83 Prozent ab.

Schule und Ausbildung bereiten am meisten Sorgen

Die Jugendlichen in Basel-Stadt sorgen sich am meisten um die Themen Schulen, Umwelt und Rassismus. Mit 60 Prozent landete das Thema «Schule und Ausbildung» auf dem ersten Platz des Sorgenbarometers der Jugendlichen, gefolgt von «Umwelt, Natur, Klima und Nachhaltigkeit» mit 49 Prozent und «Rassismus» mit 48 Prozent.

So zumindest die Statistik. Aber wie sehen es eigentlich die befragten Jugendlichen? Die Meisten stimmen der Statistik zu. «Ich sehe es definitiv gleich. Bei mir persönlich ist die Ausbildung nicht an erster Stelle. Das liegt daran, dass ich relativ gut in der Schule bin. Aber Klima und Rassismus sind definitiv sehr grosse Themen bei mir. Generell politisches und Aktivismus», sagt die Gymnasiastin Isabella. Ähnlich ergeht es Yuki: «Bei der Ausbildung mache ich mir gerade keine Sorgen, weil ich im Gymnasium bin. Das Klima ist natürlich eine grosse Sorge, auch die ganzen Probleme auf der Welt. Ich denke viel darüber nach und es geht immer in eine schlechte Richtung. Das ist schon eine meiner grossen Sorgen. Und Rassismus war schon immer ein Thema und wird es auch bleiben.»

Junge Baslerinnen und Basler erzählen, welche Themen sie derzeit beschäftigen. (Video: Telebasel)

Druck von aussen hoch

Anders empfindet es Barbara. Sie macht sich wegen ihrer schulischen Ausbildung durchaus Gedanken. «Bei der Ausbildung hört man immer wieder, dass man viel Stress und Druck von aussen hat.» Sie nehme in ihrem Umfeld auch war, dass die Themen Rassismus und Umwelt solche sind, die immer wieder besprochen werden und die Menschen bewegen.

Der Gymnasium-Schüler Berat stimmt ihr beim Thema Rassismus zu. Er selbst hat bereits negative Erfahrungen mit dem Thema Rassismus gemacht. «Ich bin mehrmals als «scheiss Kanake» angesprochen worden. Ich finde es etwas mühsam. Wir Menschen sollten uns gern haben und nicht hassen. Hass ist viel einfacher als Frieden.»

Basel weiterhin beliebt

Die Statistik hat ausserdem ergeben, dass 95 Prozent der Jugendlichen sehr oder eher gern in Basel leben. Das Rheinufer ist nach wie vor der beliebteste Ort, gefolgt vom eigenen Zuhause. Seit 2017 hat die Gesamtzufriedenheit der Jugendlichen aber um drei Prozentpunkte auf 95 Prozent abgenommen.

Gegenüber der letzten Befragung 2017 sind weniger Jugendliche der Meinung, dass es genügend Orte für sie gibt, an denen sie sich ungestört von den Eltern aufhalten können. Bewerteten 2017 noch 59,5 Prozent der Befragten das Angebot als genügend, waren es dieses Mal nur noch 47,9 Prozent.

Freizeitverhalten praktisch unverändert

Das Freizeitverhalten der Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren kaum verändert. Sie beschäftigen sich am häufigsten mit Online-Medien. Unverändert 84 Prozent der Jugendlichen gaben an, täglich im Internet zu sein. Zwischen sieben und acht von zehn Jugendlichen hören täglich Musik und «chillen».

Rund ein Drittel der Jugendlichen treibt täglich, rund zwei Drittel mindestens einmal pro Woche Sport. Zudem hat die Jugendbefragung ergeben, dass männliche Jugendliche sich signifikant sicherer als ihre weiblichen Altersgenossinnen fühlen, wenn sie alleine unterwegs sind.

2 Kommentare

  1. Danke für den Hinweis. Die Umfragethematik ist komplex. Die Anzahl befragter Jugendlicher (850) hat aber nichts zu tun mit der Frage der Repräsentativität. Entscheidend ist vielmehr, dass die 850 so zusammengesetzt sind, wie sich auch die Gruppe aller Jugendlichen in Basel in diesem Alter (ca. 14’000) zusammensetzt. Zum Beispiel: die Menge an befragten Jugendlichen, die in Riehen, Bettingen, Basel wohnen oder die in Sek, Gym, FMS, etc. gehen, muss im gleichen Verhältnis zueinander stehen, wie die Gruppe aller Jugendlichen im Kanton.
    Mit der Stichprobengrösse hat das nichts zu tun. Denn es kursiert noch immer der Glaube, ab 1’000 befragten Personen sei jede Umfrage repräsentativ. Das stimmt so nicht.Report

  2. Es wäre noch gut zu wissen, wieviele jugendliche es in diesem alter gesmthaft in basel gibt.dann ist es möglich abzuschätzen, ob das ganze auch representativ ist. Die zahl alleine von 850 sagt nicht so viel aus.Report

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