Die Menschen der Region zog es am heissen Wochenende ins Gartenbad. (Bild: Kanton Basel-Stadt)
Basel

Darum gab‘s am Sonntag vor dem Bachgraben endlose Schlangen

Am Wochenende standen sich die Gäste im Gartenbad Bachgraben die Füsse platt. Endlose Schlangen am Eingang, im Gastrobereich und am Kiosk zerrten an den Nerven.

Sonntagmorgen vor dem Bachgraben: Die Region erwartet Rekordtemperaturen, bereits um 10 Uhr brütet die Sonne. Wer sich früh auf den Weg gemacht hat, um dem grossen Andrang zuvorzukommen, sieht sich getäuscht: Die Warteschlange vor dem Eingang erstreckt sich schon jetzt über gefühlte 50 Meter. Die Familien stehen mit ihren Kleinkindern in der Hitze und warten geduldig. Ein Vater sagt, er sei schon als Schüler hier gewesen, habe aber noch nie eine solche Schlange erlebt.

Wer sich endlich der Kasse nähert, stellt irritiert fest, dass ein einziger Schalter geöffnet ist. «Ihre Kollegen schlafen wohl noch», scherzt eine Mutter beim Bezahlen. Die Mitarbeiterin an der Kasse versucht es mit Humor zu nehmen.

Warten in der Gluthitze

Endlich drin, findet sich immerhin ein Plätzchen im Schatten. Doch der nächste Stress steht bereits an, sobald die Kinder auf ihrem versprochenen Hot Dog mit Pommes bestehen. Egal, um welche Zeit man es versucht, im Gastrobereich ist erneut viel Geduld gefragt. Die Besucher warten in der Gluthitze. Und wer nur eine Cola will, tut dies genauso, denn für sämtliche Snacks, Getränke und warme Speisen gibt es eine einzige Warteschlange. Der Kiosk im Eingangsbereich ist an diesem Vormittag geschlossen.

Als er Stunden später seinen Betrieb aufnimmt, präsentiert sich dasselbe Bild: meterlange Schlangen, ewiges Warten für eine «Rakete» – während der zweite Schalter am Eingang unterdessen geöffnet ist. Wenigstens das.

Nur eine Kassierin bis 11 Uhr

Warum diese Schlangen? Die Betreiber des Gartenbads müssten doch wissen, dass bei 38 Grad an einem Sonntag aussergewöhnlich viele Gäste kommen. «Die erste Kassierin war um 9 Uhr da, die zweite begann um 11 Uhr zu arbeiten anstatt wie üblich um 13.30 Uhr», sagt Betriebsleiter Thomas Häsler.

Man habe sich damit auf den Ansturm vorbereitet. «Ich muss aber zugeben: Mit dermassen vielen Leuten hatten wir nicht gerechnet.» Zugleich gibt Häsler den Ball zurück an die Gäste: «Wenn alle an der Kasse das Portemonnaie bereit gehabt hätten, anstatt sich zu ärgern oder über Vergünstigungen zu diskutieren, wäre es auch schneller gegangen.» Wie man nun reagieren werde, wenn der nächste Hitzetag ansteht, lässt Häsler offen.

Parterre für Gastrobereich zuständig

Für die Warteschlangen vor dem Gastrobereich ist übrigens nicht die Betriebsleitung des Gartenbads verantwortlich, sondern neuerdings das Parterre, das auch die Gastronomie der Gartenbäder Eglisee und Joggeli betreibt.

Silvan Meyer von der Gastrogruppe Parterre ist sich des Problems bewusst: «Wir wollten für das heisse Wochenende mehr Leute aufbieten, haben aber mit Personalmangel und Ausfällen zu kämpfen». Wie für die ganze Branche, sei es auch für das Parterre derzeit schwierig, Personal zu finden. «Ausserdem sind die Studierenden, die wir einsetzen, im Moment in einer Prüfungsphase.»

Ein weiteres Problem sei, dass viele Gäste in der Schlange gestanden seien und nicht gewusst hätten, dass es daneben zwei Glacé-Stationen gibt. «Das müssen wir wohl besser kommunizieren.»

Wie sich der Sommer auch entwickeln wird, Thomas Häsler kann eine Verbesserung der Situation für das kommende Jahr in Aussicht stellen. Auf den Sommer 2023 seien eine Totalsanierung des Gebäudes mit der Gastronomie und die Wiedereröffnung des Restaurants im Obergeschoss geplant.

2 Kommentare

  1. Gleiches Problem wie in Pratteln. Auch hier wieder der Vorschlag. Ein Drehkreuz mit Kartenzahlung anbringen. Problem gelöst. Sollte doch im 21 Jahrhundert machbar sein…Report

  2. Beim Gastrobetreiber Parterre handelt es sich um einen Sklavenbetrieb sondergleichen. Dort arbeiten vermehrt Leute die vom RAV in ein Beschäftigungsprogramm bei Parterre gesteckt werden und unter Sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten müssen, jedoch nichts für kommende Jobs lernen. Dafür kassiert Parterre eine schöne Summe von den RAV’s BS und BL pro Person die dort arbeitet und verdient noch einmal an der Gratisarbeitskraft. Das sie mit Ausfällen zu kämpfen haben verwundert mich nicht. War selber mal Teilnehmer dort und weiss wovon ich spreche.Report

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