Die Diskussion um die Zustimmungslösung im Sexualstrafrecht zeigt auf, dass das Thema noch immer nicht die geforderte Aufmerksamkeit erhält. (Bild: Keystone)
Basel

Braucht es mehr Prävention bei sexueller Gewalt?

Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt erhalten noch immer nicht die nötige Aufmerksamkeit wie von der Bevölkerung gefordert. Braucht es mehr Prävention?

Am Donnerstag, 16. Juni teilte die Basler Strafverfolgung in einer Medienkonferenz mit, dass sexuelle sowie häusliche Gewalt noch immer als oberste Priorität behandelt werde. Noch immer gehe man von einer grossen Dunkelziffer aus, von Fällen, die nicht gemeldet werden, weil sich die Opfer schämen oder Angst haben über die Vorfälle zu sprechen.

Auch die SP hat bereits zwei Vorstösse eingereicht, damit Vergewaltigungsopfer, die nach einer Vergewaltigung gleich ins Spital gehen, besser über ihre Situation informiert werden. So auch bei der Sicherung von Beweisen, weil man nach einem solchen Vorfall am liebsten gleich alle Kleider verbrennen und den ganzen Körper abduschen möchte.

Auch in Unternehmen fehle oft auch die richtige Aufklärung bei sexueller Gewalt. Sexuelle Belästigungen werden noch immer zu oft verharmlost oder von Arbeitgebern nicht ernst genommen. Die Expertin für sexuelle Gewalt, Agota Lavoyer gibt darum diverse Workshops und erklärt Unternehmen, was man im Falle einer sexuellen Belästigung tun muss.

Revidierung des Sexualstrafrechts sorgt für Diskussionen

Auch die aktuelle Debatte über die Revidierung des Sexualstrafrechts zeigt auf, dass das Thema noch immer sehr umstritten ist. Gemeint ist die Diskussion zwischen der Widerspruchslösung «Nein heisst Nein» und der Zustimmungslösung «Nur Ja heisst Ja». Während sich der Ständerat für die Widerspruchslösung ausgesprochen hat, macht sich die Operation Libero für die Zustimmungslösung stark, dies sei auch die Lösung, die von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht werde.

All diese Themen zeigt auf: Noch immer wird zu wenig über sexuelle Gewalt gesprochen und sexuelle Belästigungen werden noch immer zu wenig ernst genommen. Muss man Täter und Opfer mehr auf diese Themen sensibilisieren? Braucht es in der Bevölkerung mehr Prävention zum Thema sexuelle Gewalt? Machen Sie mit bei der Telebasel Wochen-Umfrage.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Mehr aus dem Channel