An Baselbieter Schulen fehlen Lehrerinnen und Lehrer. QuereinsteigerInnen und Pensionierte sind gesucht. (Symbolbild: Keystone)
Baselland

Im Baselbiet fehlen Lehrerinnen und Lehrer

Der Kanton Basel-Landschaft hat für das nächste Schuljahr noch zu wenig Lehrkräfte. Dies hat Monica Gschwind am Donnerstag auf Fragen im Landrat geantwortet.

Gemäss einer Umfrage des Baselbieter Amts für Volksschulen (AVS) vom Mai 2022 sei die Anzahl offener Stellen einen Viertel höher als noch im vergangenen Jahr. Konkrete Zahlen hat die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) nicht. An den Sekundarschulen habe sich die Zahl der offenen Stellen gegenüber 2021 gar verdoppelt. Diese Zahlen seien jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, sagte Gschwind. Auf der Sekundarstufe II ist «kein genereller Mangel an Lehrpersonen erkennbar».

Im schweizweiten Vergleich liege der Kanton Basel-Landschaft bei offenen Stellen von Lehrkräften «im Mittelfeld». Die nächste Umfrage des AVS werde Ende Juni ausgewertet, sagte Gschwind auf Anfrage.

Konkret sind Heil- und Sonderpädagoginnen und -pädagogen schwierig zu finden. An den Primarschulen lassen sich Klassenlehrpersonen mit Vollpensum nur schwer finden; an den Sekundarschulen sind es Stellen in den sogenannten MINT-Fächern wie Mathematik und Physik. Aber auch Französischlehrerinnen lassen sich gemäss Gschwind kaum finden.

In der Zukunft zeichnet sich ein demografisches Problem ab. In den nächsten zehn Jahren werden rund 1100 Lehrpersonen pensioniert.

Eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt

Die Bildungs- und Erziehungsdirektorin hat deshalb eine Arbeitsgruppe eingesetzt und schon Massnahmen eingeleitet, «um dem drohenden Lehr- und Personenmangel an Baselbieter Schulen entgegenzuwirken». So sollen beispielsweise die Quereinsteigenden, Wiedereinsteigerinnen und Studienabgehenden der Pädagogischen Hochschule besser unterstützt werden. Dazu will die BKSD den Berufsauftrag flexibler gestalten. Gezielt sollen auch pensionierte Lehrpersonen zum Weiterarbeiten verpflichtet werden.

Hingegen sollen weiterhin keine Lehrpersonen ohne Diplom eingestellt werden, wie Gschwind im Landrat sagte. Sie schloss jedoch nicht aus, dass der Kanton in eine Situation gelangen könnte, wo dies zu «Eskalationsmassnahmen» gehöre, falls sich zu wenige Arbeitskräfte fänden. Der Kanton stellt jedoch keine Lehrpersonen ein, sondern nur die jeweilige Schulleitung, wie die Regierungsrätin betonte.

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