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Die Telebasel Glam-Sendung vom 16. Juni 2022.
Basel

Hommage an ein Basler Unikum: Zum 75. Geburtstag von -minu

Eine Geburtstagsüberraschung zu Ehren des stadtbekannten Kolumnisten. Telebasel zeigt im Glam Highlights aus dem Archiv. Zudem kommen Freunde von -minu zu Wort.

Ob am Herd, am Piccolo, vor der Kamera oder an der Tastatur: -minu hat sich in viele Basler Herzen geschlichen. Wer in Basel kennt sie nicht: Seine Kolumnen, Fasnachtsgeschichten, Kochsendungen oder den einstigen Weihnachtsstand an der Herbstmesse. «In einem gewissen Sinn sind alle Bebbi mit -minu verwandt», sagt der Journalist Christian Platz. Seine Lebensfreude wirkt stets ansteckend, wie viele Bebbi bezeugen. «Er ist ein Mittel gegen schlechte Laune», sagt etwa -minus Trauzeuge, der Augenarzt Eduard Haefliger.

Genau heute, am 16. Juni, feiert der Basler Kolumnist und Autor seinen 75. Geburtstag. Ende der Sechzigerjahre begann -minu als junger Journalist mit Zeitungsbeiträgen für die National-Zeitung. Es begann mit Börsenmeldungen und Berichten fürs Lokalressort. Schon bald aber wurden Kolumnen sowie ein neues Genre zu seiner Spezialität. Der Journalist Willi Erzberger und Confisseur Stephan Schiesser erinnern sich noch, wo -minu seine Ideen dafür sammelte. Im einstigen Tabakladen von Hermine Haegeli schnappte er als junger Journalist so manche Stadtgeschichten auf. «Er war der Erste, der in der Schweiz den Klatsch einführte», erinnert sich Willi Erzberger.

Pionier der Schweizer Klatschspalten

Unter dem Titel «Traderaklatsch» erzählte eine gewisse Elsa allerlei Geschichten rund um Basler Politiker und Promis. Eine der ersten Klatschausgaben erschien im Sommer 1972, also vor gut einem halben Jahrhundert. Das klang dann so:

Cheese Burckhardt wurde von Cigarren-Zar Davidoff empfangen und rauchte (ausnahmsweise) eine dieser berühmten Cigarren. Er litt drei Tage… […] Hans Bertolf bekam gar zwei dieser erlesenen Genüsse geschenkt.  «Wie teuer ist denn so eine?», frug er die Elsa. «Ach, so ungefähr acht Franken!». «Jesses, unser Hans Bertolf konnte sich kaum erholen, «der Davidoff hätte mir lieber sechzehn Franken gegeben, dann hätte ich mir dafür Rössli-Stumpen gekauft!» Es gibt Leute, die kann man eben nicht zum Luxus zwingen.

Es war der Anfang einer langen Schreibtätigkeit. Zusammen mit seinem langjährigen Lebenspartner ist er sowohl in Basel wie auch im Elsass, in Rom und der Toskana zuhause. Von dort aus entstanden unzählige Texte. «Mimpfeli», Weihnachtsgeschichten, die fasnächtliche «Goschdym-Kischte» sowie ein Buch über den Filmproduzenten Arthur Cohn und vieles mehr stammt aus -minus Feder. Bei Telebasel ist er für die einstigen Sendungen «Kuchiklatsch» und «-minus Monat» vor der Kamera. In Erinnerung bleiben auch die Hochzeitsbilder samt Kutschenfahrt. 2007 ging er mit seinem Lebenspartner Christoph Holzach eine eingetragene Partnerschaft ein.

TV-Momente mit Kutsche, Vasella und Findus-Festmahl

Weitere legendäre Telebasel-Momente: -minu, der im ärmellosen T-Shirt den damaligen Novartis-CEO Daniel Vasella interviewt. Oder wie er einer Gästeschar ein Gourmet-Menü auftischt, das sich dann aber als Findus-Fertigfischgericht entpuppt. Es gab aber auch nachdenkliche Momente: 2018 Jahren bekannte -minu gegenüber, dass er HIV-positiv ist. Er hatte sich zwei Jahre zuvor angesteckt. Darauf kommt er auch am Schluss in seinem autobiografischen Roman «Die rosa Seekuh» von 2019 zu sprechen.

Nicht nur seine Texte und Fernsehauftritte sind in aller Leute Munde. -minu ist auch als Freund und Gastgeber mehrerer namhafter Basler Familien bekannt. «Wenn man bei ihm zu Gast war, ging es immer grosszügig zu und her», sagt Veronika Burckhardt. Die Basler Mäzenin und ihre Familie ist seit Jahrzehnten gut mit -minu befreundet. «Er ist ein fabelhafter Koch, der aber selbst nie absitzt, sondern die Gäste bedient und verwöhnt» befreundet. Das kann auch Roche-Erbe Jörg Duschmalé bestätigen. Der junge -minu hielt ihn schon als Baby in den Armen. «Er hat mich ein Leben lang begleitet, so wie er eine ganze Generation von Basler ein Leben lang begleitet hat», so der Roche-Verwaltungsrat.

Das Geburtstagskind interessiert sich aber nicht nur fürs Kochen und Schreiben. Wie seine Freunde bestätigen, ist -minu auch ein Kenner der italienischen Oper und des Balletts. Als Kind wollte er gar selber einmal Tänzer oder Sänger werden. Wie Ballettdirektor Richard Wherlock sagt, habe sich -minu schliesslich immer für seine Choreografien interessiert und ihn bei seiner Ankunft unterstützt, sich in Basel zurechtzufinden. «Er ist einmalig, es gibt nur einen -minu», sagt Richard Wherlock.

Telebasel widmet -minu zum 75. Geburtstag eine Spezialausgabe des Magazins Glam. Zur Feier des Tages kommen Freunde des Basler Kolumnisten zu Wort. Zudem zeigen wir Ihnen schöne und lustige -minu-Highlights aus dem Telebasel-Archiv. Die Sendung wird am 16. Juni um 18.15 Uhr erstmals ausgestrahlt.

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